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Das i ist überall kurz, ausser in jenen vier Formen; in fuissem, fuisse ist die Länge wohl nicht sicher erwiesen.
Dass der coniunct. perf., das plusquamperfectum, futurum exactum und der infinitivus mit den entsprechenden vollen Formen des Stammes es- zusammengesetzt sind, scheint mir weder wissenschaftlich erwiesen zu sein, noch dürfte eine derartige Erklärung der Formen wesentliche Vorteile beim Erlernen oder Behalten bieten. Um mit dem Conjunctiv des Perfekts zu beginnen, so ist der Uebergang des s in r zwischen zwei Vokalen dem Schüler allerdings schon aus der Deklination bekannt; denn aus dem Stamm genes-, nom. genus, wird im Genetiv genes-is, gener-is. Auch wird der Uebergang des i in e leicht klar gemacht; aus fu-i wird fu-i-sim, daraus fu-i-rim. Fragt man nun: die Form fuirim lässt sich etwas schwer aussprechen; welchen Vokal hört man wohl, wenn man i nicht gan⸗ deutlich ausspricht? so wird auch der Sextaner das Richtige leicht finden. Auch aus der Deklination giebt es Beispiele, wie cinis, cineris statt cinisis, ciniris. Die Verkürzung des i in fuerim ist überall durchgeführt, während in sis, simus, sitis das lange i erhalten ist. Die Formen fueris, fuerimus, fueritis, die bei Schweizer-Sidler mit im Paradigma aufgeführt sind, gehören wenigstens nicht in den Anfangsunterricht. In den übrigen Formen müsste nun der Bildevokal plötzlich verschwunden und das e der Formen von sum bisweilen in i verwandelt sein. Also fu-eram, fu-essem wird fu-issem, fu-ero, fu-esse wird fu-isse, Das ist aber sicher keine richtige Erklärung, die den Schüler noch obendrein zu Bildungen wie fuessent verleitet. Andererseits muss eine mehr der Wissenschaft entsprechende Erklärung¹) dieser Formen der Vorwurf treffen, der auch auf die oben gegebene Erklärung des coniunct. perf. zutrifft, dass die Schwierigkeiten dabei für den Anfänger zu gross sind. Einfacher ist folgende Darstellung. Im coniunct. perf. tritt als Zeichen desselben eri zwischen fu- und die Personalendung. Das e ist der Bildevokal, den wir schon als e in fuerunt vor r angetroffen haben, und der vor r sonst stets als e erscheint. Damit sind auch sämtliche andere Formen erledigt, die vom Perfektstamm(den die Schüler aber erst bei der Repetition von sum kennen lernen) abgeleitet sind. An den Stamm des betreffenden Tempus und Modus werden die Endungen angehängt. Als Stamm gilt für diese Formen der mit dem besonderen Zeichen des Tempus und Modus vermehrte Perfektstamm. Das Zeichen des indic. plusquamperf. ist era, des coniunct. isse- und des fut. II er- mit dem Bildevokal, der hier in der 3. pers. plur. als i erscheint. Die meisten Formen haben dadurch grosse Aehnlichkeit mit den Formen des coniunct. praes., des imperf. und des fut. I bekommen. Formen, die leicht falsch gebildet werden, wie fuissem wegen essem und fuerint wegen erunt, müssen besonders oft abgefragt werden.
Der Imperativ zeigt in der 2. pers. sing. den reinen Stamm es, gleich der 2. pers. sing. indic. praes., bei der aber das s der Endung abgefallen ist, während diese Form keine Endung hat. Im pluralis entspricht ihr este. Dazu kommen die mit to gebildeten Formen:
¹) Anm. Im plusquamperf. tritt an fu-i- mit Ausstossung des e: ram, also fu-i-(eyram, fu-e-ram, im conjuctiv wird fu-i-(e)ssem zu fu-i-ssem, imfut. II fu-i-(eyro zu fu-e-ro, im infinit. fu-i-(e)sse zu fu-i-sse.


