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esto. estote, sunto. Diese werden mit Recht von Ellendt-Seyffert u. a. im Paradigma von den anderen unterschieden.
Erst nachdem der Imperativ gelernt und auch die sichere Anwendung der bisher gelernten Formen erreicht ist, hat der Uebergang zum Conjunctiv zu erfolgen. Ueber die Bildung der verschiedenen Formen ist bereits beim Indikativ gesprochen, wäbrend die Anwendung in derselben Weise wie bei deleo einzuüben ist.(s. S. 16).
Die drei Infinitive zeigen die drei Verbalstämme: es-, fu-, fut-. Sie heissen es-se, fu-isse, fut-urum, uram, urum esse. Dass zu letzterer Form noch der Plural fut-uros, uras, ura esse hinzugefügt werde, demgemäss auch später zu amat-um, am, um esse: amat-os, as, a esse, halte ich für überflüssig. Sobald diese Formen praktisch verwendet werden, ergiebt sich der Gebrauch des Plurals von selbst.
Das participium praesentis ist nur in den Adjektiven prae-sens und ab-sens erhalten. Von dem partic. futuri fut-urus, ura, urum ist der infinit. fut. abgeleitet, indem zu der Accusativform desselben esse hinzutritt. Die Abteilung fut-urus halte ich deshalb für die beste, weil der mit t vermehrte Verbalstamm das allen vom Supinstamm gebildeten Formen Gemeinsame ist. So tritt an delet- im Supinum der Vokal u, womit dann als Formen nach der vierten Deklination gebildet werden deletu und deletum, während der Stamm des partic. perf. pass. das adjektivische deleto-, deleta- ist und der des part. fut. activi das gleichfalls adjektivische deleturo-, deletura-.
Wührend hier aus praktischen Gründen empfohlen ist, erst das ganze Verbum finitum, dann das Verbum infinitum durchzunehmen, sollte die Grammatik dieselbe Einteilung dieses Verbums nach den drei Stammformen geben, wie das bei den vier Conjugationen jetzt meist, wenn auch nicht mit voller Consequenz, durchgeführt ist. Ab und zu sollten auch derartige Repetitionen von sum stattfinden, dass sämtliche Formen der drei Stämme jedesmal hinter- einander folgen. ¹)
Nach sum geht man vielfach sogleich zu dessen Composita über. Es wird dafür besonders der Vorteil geltend gemacht, dass es nunmehr leichter werde, Sätze mit grösserer Abwechslung zu bilden. Aber dieser Gewinn ist nicht so gross. Denn keines dieser Composita wird mit dem Accusativ oder Ablativ construiert. Das Ziel, möglichst mannig- faltige Sätze bilden zu kömen, erreicht man am leichtesten, wenn man ganz zu Anfang oder gleich nach sum etwa 20 Verbalformen der ersten und zweiten Conjugation als Vokabeln lernen lässt, wie es auch in einigen Uebungsbüchern gefordert wird. Daneben können besonders in zusammenhängenden Stücken auch andere Verbalformen mit beigefügter Ueber- setzung vorkommen. Dem Vorteil, dass man mit den Composita von sum auch Sätze mit dem Dativ bilden kann, steht aber ein grösserer Nachteil gegenüber. Der Schüler muss verwirrt werden, wenn er eben erst gelernt hat, dass sum ich bin, eram ich war, fui ich
¹) Anm. In der Grammatik, in der die Anordnung weniger nach praktischen, als nach systematischen Gesichtspunkten zu erfolgen hat, gehört sum auch nicht, wie es meist der Fall ist, vor die vier Conjugationen, denen dann possum— das sollte man doch wenigstens nicht von sum trennen—, inquam, volo u. s. w. nach- folgen, sondern zusammen mit allen diesen Verben hinter die vier Conjugationen.


