Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den naturgeschichtlichen Unterricht am Gymnasium
Entstehung
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Sexta seine Kraft au einfachen Dingen, wie an Blattformen, die ihm für lange eine wichtige Vorlage zur Uebung bleiben, an Früchten oder Blumenblättern; später wagt er sich dann von selbst an schwierigere Dinge. Das Zeichnen geschehe aber stets gemeinschaftlich in der Schule unter der Aufsicht des Lehrers, wobei jedoch auch freiwillige Uebungen zu Hause keineswegs ausgeschlossen sein sollen. Viel schwieriger ist das Zeichnen im zoologischen Unterricht, zumal bei den Wirbelthieren; hier unterlassen wir es lieber bis auf wenige leichtere Gegenstände, und beginnen wieder bei der Naturgeschichte der wirbellosen Thiere. Das kleine, von jedem Schüler au führende und von dem Lehrer zu controlirende Heft hat aber für den Unterricht selbst noch insofern grösseren Nutzen, als es, von Classe zu Classe weitergeführt, Gelegenheit gibt, stets auf das früher Durchgenommene zurückzukommen und zu vergleichen.

Was fertige Abbildungen als Anschauungsmittel für ganze Classen betrifft, so sind solche recht wohl zu gebrauchen, und es ist nur zu bedaueru, dass es gar so wenige empfehlenswerthe Arbeiten auf diesem Gebiete gibt. Für das Gymnasium sind für die Zoologie z. B. die eben im Erscheinen begriffenen»Wandtafeln von Leuckart und Nitzsche«(bei Fischer in Cassel) recht viel versprechend; möge nur ihr Erscheinen sich nicht gar zu sehr verlängern. Am besten hilft auch hier der Lehrer sich selbst, und es ist in der That nicht so schwer, sich dauernde Zeichnungen anzufertigen. Dieselben werden auf Blättern von Maschinen-(»Ellen-«) Papier von der halben Breite der Rolle und etwa 1 Meter Länge mit Farbstiften und Reisskohle mit Hülfe des Wischers und wo nöthig(bei Umrissen) des Pinsels entworfen und dann mit der Lösung von gebleichtem Schellack in gutem Weingeist durch eine Staubröhre, den sogen. Refraichisseur, überblasen und so fixirt, dass sie sich nicht mehr verwischen lassen.

Wir kommen hier auch zur Frage von Schulsammlungen, die für manche Anstalt und manchen Lehrer eine rechte Sorge bilden, weil Bedürfnisse zu Anschaffungen stets vorhanden, die zu verwendenden Mittel dagegen oft kaum ausreichende sind. In Städten, wo man gerne bereit ist, die nöthigen Summen zu verwilligen, hört man dann oft leicht die zum Theil berech- tigte Klage, dass die Lehrer in ihrem guten Eifer manchmal etwas zu weit gehen und zu grosse Mittel beanspruchen. Es dürfte also die Frage keine ganz unnöthige sein, was in einer Schulsammlung zu finden sein soll und wie weit man mit Anschaffungen zu gehen hat.*)

Zunächst ist eine Anzahl von Skeletten und Skelettheilen zu beschaffen, neben einem vollständigen menschlichen Skelett auch ein aufgeschnittener Schädel, die Arm- und Beinknochen im Zusammenhang und einzeln; Skelette von Vertretern der verschiedenen Wirbelthierordnungen; solche sind zum Theil käuflich zu erhalten, können aber auch leicht selbst dargestellt werden, wie auch Schädel und andere Skelettheile unter der Hand leicht durch vorsichtiges Kochen in Sodalösung zubereitet werden können. Auch Zähne, Hörner, Hufe etc. einzeln aufbewahrt, sind zweckdienlich. Köpfe wichtiger Fischformen werden in frischem Zustande durch Einstecken zurechtgeschnittener Hölzchen aufgesperrt, möglichst von Fett und Anhängseln befreit, dann wochenlang an der Luft getrocknet und schliesslich mit Schellackfirniss sorgfältig überstrichen, so dass sie gegen die Angriffe der Insecten geschützt sind.

Von ausgestopften Bälgen schaffe man vorzugsweise nur die einheimischen und von diesen

nur die durch ihre Verbreitung oder durch ihre Beziehungen zum Menschen wichtigeren an; leicht wird es sein, auch einige ausländische Vögel, wie Papagei oder dergl. zu erwerben. Es

*) Vgl. auch Kirschbaum, Naturgeschichtliche Sammlungen. Schmid's Encyclopädie Bd. V.