Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den naturgeschichtlichen Unterricht am Gymnasium
Entstehung
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einige Gräser Ahorn, Buche, Goldregen, Linde, Kürbis Haselnuss, Rosskbastanie(von dieser eine Zeichnung nach Natur in nat. Gr.) Kiefer, Weisstanne. AIle die genannten Pflanzen

nehmen in der Regel je ein besonderes Blatt für sich in Anspruch, so die vier Entwicklungs- stadien der Buche, vier des Ahorns u. s. w. Mappe II. Formen und Farben der Blätter: Macerirte und durch Schlagen mit einer Bürste zubereitete Blätter zum Bau der Blattrippen, variirende Formen wie z. B. Robinia pseudacacia var. monophylla, die Uebergangsbildung vom einfach- zum doppeltgefiederten Blatt von Gleditschia triacanthos, Utricularia u. s. wW. Proben der Herbstfärbung, panachirte Blätter, Blutbuche u. s. w. Mappe III. Metamorphosen: Blätter der Zuckererbse, bei welchen sich Ranke und Blättehen gegenüberstehen, Ranken des Weinstocks mit Ansätzen von Blüthen, Knospenschuppen der rothblühenden Rosskastanie, Pavia rubra, mit Ansätzen wirklicher Blätter, Phyllodien von australischen Akazien(Keimpflanzen). Kelch-, Blüthen- und Staubblätter einer Seerose, Blüthenblätter einer gefüllten Tulipa suavweolens, Umwandlung der Bracteen zu Laubblättern(Plantago major), rückschreitende Metamorphose des Kelchs(versch. Beispiele), Primula elatior, bar. calicanthema, Beispiele von vergrünten Blüthen, durchwachsene Rosen, Pelorien von Linaria vulgaris u. s. W. So folgt eine Mappe IV. zur Pflanzengeographie, eine V. für Kryptogamen, und so lässt sich die Sammlung nach verschiedenen Gesichtspunkten noch weiter ausdehnen. Bemerkt sei hier noch, dass in ühnlicher Weise auch klare und brauch- bare, d. h. grössere Abbildungen auf Cartonpapier geklebt, mit Schutzblättern versehen und in die zoologische oder botanische Sammlung eingereiht, sich sehr praktisch für den Unterricht ver- wenden lassen. Die grossen Hutpilze(Aarici) lassen sich nach der Methode meines Freundes G. Herpell in St. Goar in ähnlicher Weise darstellen. Der abgenommene Hut wird in der Mitte gespalten und die eine Hälfte mit dem Messer ihres Fleisches und ihrer Lamellen beraubt, so dass nur noch die Oberhaut übrig bleihbt. Diese wird in noch feuchtem Zustande auf gummirtes und wieder getrocknetes Postpapier aufgelegt, wodurch sie geuügend aufklebt, nicht mehr schrumpfen kann und auch meistens recht schön die Farbe bewahrt. Dem Umrisse des Hutes nach wird dann das Papier abgeschnitten, das belegte Stück auf einem Cartonbogen befestigt und mit dem in ähnlicher Weise behandelten halben Strunke wieder zu einem Bilde des Pilzes vereinigt. Was die zur Mappe I. gehörigen Keimlinge petrifft, so können solche zum Theil auch in Spiritus aufbewahrt werden.

Ein unentbehrliches Hülfsmittel für den naturgeschichtlichen Unterricht ist das Zeichnen; denn wie wir mit Buchstaben das Wort Anderen zum Verständniss darstellen, so geben wir mit Linien die Form der Körper wieder, erklären hiermit meistens viel besser als mit der besten Beschreibung die Gestalt und gegenseitigen Grössenverhältnisse der Körper, sind gezwungen, uns über die Bildung und Lage der einzelnen Theile die genauste Rechenschaft zu geben und besitzen in upseren, wenn auch noch so einfachen aber selbst construirten Figuren das beste Mittel, uns gtets des betreffenden Gegenstandes und der Erfahrungen, die wir an ihm gemacht, zau erinnern. Dem Lehrer der Naturkunde ist die Uebung im Zeichnen an der Wandtafel unerlässlich, und es qürfte bei einigem guten Willen und etwas Uebung auch weniger Begabten bald gelingen, in grossen Zügen einfache Figuren zu entwerfen. Das Entstehenlassen von Zeichnungen vor den Augen des Schülers, wobei bunte Kreide ein vortreffliches Unterstützungsmittel bietet, hat zudem ausserordentlichen Werth für das Verständniss der zu untersuchenden Körper.

Aber auch dem Schüler wollen wir Gelegenheit bieten, sich in der Kunst, das Gesehene and Verstandene in Linien darzustellen, zu üben, sie wird ihm für das Leben eine werthvolle Mitgift sein, die ihm vielfach Zeit und Irrthümer zu sparen vermag. Er versuche schon in der