Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den naturgeschichtlichen Unterricht am Gymnasium
Entstehung
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Umrissen berücksichtigen, von der Lage, der Gestaltung und der Thätigkeit der Organe muss sie ihren Zöglingen Einsicht geben. Auch hier beginnen wir mit dem Skelett und beachten dabei auch die Mechanik desselben. Rückblicke und Vergleiche mit dem Skelette der Wirbel- thiere bieten sich hier überall und dienen zugleich als eiue Repetition des früher Durchgenom- menen. Auch den Sinnesorganen widmen wir eine eingehendere Betrachtung.

Fur die Mineralogie haben wir bis jetzt noch keinen Raum gehabt, und schwierig ist es in der That, sie in den Classen des Gymnasiums, deren Aufgabe bis jetzt bezeichnet wurde, als Unterrichtsstoff zu verwenden. Wir haben verlangt, dass die verschiedenen Gesichtspunkte, die von der Wissenschaft selbst für die Betrachtung der Naturkörper festgehalten werden, auch für die Schule massgebend sein müssen, damit von vornherein der Unterricht eine wissenschaftliche Grundlage und nicht nur den vorübergehenden Werth einer Liebhaberei gewinne, und dass die Schule auch in der Botanik und Zoologie diesen Ansprüchen, den Kräften der Jugend gemäss, genügen könne. Etwas Anderes ist es mit den Mineralien. Leben und Entwicklung fehlen ihnen; sie entstehen freilich auch und wachsen, aber dies geschieht in höchst einfacher und gleich- förmiger Weise, sie entbehren aller Organe und späteren Veränderungen, und die Fragen, welche die Wissenschaft an die Körper des anorganischen Reiches stellt, beziehen sich hauptsächlich nur auf Form und Stoff. Beide aber können Schülern des Gymnasiums, die weder in der Mathematik weit genug sind, noch in der Chemie überhaupt irgend welche Vorbegriffe besitzen, nicht genug zum Verständniss gebracht werden, der Unterricht in der Mineralogie kann also nicht so frucht- bringend, wie er sein soll, gemacht werden. Allerdings ist es ein Leichtes, das Interesse der Schüler einer Tertia etwa für den Gegenstand zu wecken und selbst zum Anlegen von Mineraliensamm- lungen anzuspornen, aber es sind doch vorzugsweise nur die auf den ersten Blick in das Auge fallenden, äusseren Merkmale der Stoffe, ihr Vorkommen und ihre Anwendung, mit Hülfe deren dies möglich ist, und dies dürfte den Anforderungen an einen gründlichen Unterricht nicht volle Genüge leisten; ausserdem scheint die Frage, ob Naturgeschichte des Menschen oder Mineralogie in Obertertia zu lehren sei, jedenfalls mehr zu Gunsten des ersteren Themas zu beantworten zu sein, denn gewinnbringender ist es nach allen Seiten hin ohne Zweifel. So verzichten wir denn lieber auf die Behandlung der Mineralogie in den unteren und mittleren Classen des Gymnasiums; sie gehört zur Chemie und ist auch fast an sämmtlichen höheren Lehranstalten, wo Chemie be- trieben werden kann, mit dieser verbunden. Für unsere Auffassung sprechen auch bei weitem die meisten der uns vorliegenden Stimmen, die sich über diese Gegenstände ausgesprochen haben. Uebrigens wird sich leicht eine Anzahl Schüler der Secunda zusammenfinden(wie denn z. B. an unserem Gymnasiuam wiederholt Secundaner sich freiwillig zu einer Fortsetzung des naturge- schichtlichen Unterrichts meldeten), mit denen mit günstigerem Erfolge als in Tertia Mineralogie und im Anschlusse daran auch etwas Geologie getrieben werden kann.

Am Schlusse dieser Vertheilung des Unterrichtsstoffes für die einzelnen Classen muss wiederholt werden, dass dieselbe nicht in gleicher Weise für alle Anstalten massgebend sein kann, dass bei geringerer Ausdehnung des Unterrichts in einer Schule z. B, oder bei Herein- ziehung der Mineralogie, wenn diese gewünscht werden sollte, anders verfahren werden muss, dass überhaupt auch aus theoretischen Gründen oder pädagogischen Ansichten der Stoff anders vertheilt werden kann. Die Stufenfolge, in welcher die Dinge vorgeführt werden, ist ja auch, wie schon bemerkt, nicht das Wichtigste, wenn sie sonst nur nicht gegen die Principien der Erziehungs- und Unterrichtslehre verstösst, die Hauptsache vielmehr ist und bleibt der Geist, in