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gemeinschaftlich der betreffende Abschnitt des eingeführten Lehrbuchs qurchgelesen werden, wobei eine Ergänzung des behandelten Capitels sich mit Leichtigkeit ergibt.
Haben wir, wie zuerst angenommen, in Sexta Repräsentanten der verschiedensten Thier- classen kennen gelehrt, so folgt nun für Quinta Behandlung der Säugethiere und Vögel, wobei der Lehrer sich wird hüten müssen, zu sehr in das Detail zu gehen bei der Aufzühlung der den Ordnungen angehörigen Thiere und deren Naturgeschichte, damit er sein bedeutendes Pensum bewältigen könne. Er beschränke sich darum, soweit dies geht, auf das Gewöhnliche, der be- treffenden Gegend Nächstliegende und Wichtigste. Die meisten Vogelformen der Heimat kann er in ausgestopften Exemplaren schliesslich vorzeigen, ohne zu lange bei denselben zu verweilen. Die Methode ist im Uebrigen die bei Sexta angegebene.
Auf Quarta fallen die übrigen Wirbelthiere(Reptilien, Amphibien, Fische) und die Insecten. Was die letzteren betrifft, so ist es sehr zu empfehlen, schon in den vorhergehenden Classen(und auch später noch) im Sommer einzelne Capitel aus der Insectenkunde an geeignetem Orte auszuwählen, d. h. gerade dann, wenn sich an gden zu betrachtenden Pflanzen solche Thiere zeigen, auf deren Bau und Lebensweise aufmerksam zu machen, also etwa auf unsere Cicaden bei Gelegenheit des Kukuksspeichels, auf Schildläuse bei dem Oleander, auf Blattläuse bei Ahorn oder Hollunder u. s. wW. Es bleibt für Quarta dann hauptsächlich die Aufgabe, das schon Kennen-
gelernte zusammenzufassen und zu ergänzen. Der anatomische Bau der Iusecten und ihre Ent-
wicklungszustände bleiben auch hier der wichtigere Theil dieser Betrachtung, weil über Nutzen und Schaden leicht Auskunft in Lehrbüchern gewonnen werden kann, die Schule aber zunächst auf das Verständniss des Körperbaues hinzuarbeiten hat-
In Untertertia folgt darauf die Naturgeschichte der Krebse, Spinnen und der übrigen wirbellosen Thiere. Die Naturgeschichte der Mollusken, Würmer u. s. w. bis hinab zu den In- fusorien und Rhizopoden kann unmöglich in einem Gymnasium entbehrt werden, obgleich sie bis jetzt leider vielfach vernachlässigt worden ist. Seiten des organischen Lebens treten uns hier entgegen, wie sie keine der bisher durchgenommenen Thiergruppen darbietet; die merk- würdigsten Vermehrungsweisen wie der Generationswechsel und das Bilden von Knospen u. s. W., der ausgebildetste Parasitismus, die rückschreitende Metamorphose und die Vereinfachung des Körperbaus bis zum Schwinden sämmtlicher Organe seien unter anderem hier nur erwähnt. Und von welcher praktischen Wichtigkeit ist zudem gar häufig die Kenntniss dieser Thiere; denken wir nur an Auster und Badeschwamm, an Bandwurm und Trichine.
Für Obertertia bleibt die Betrachtung des menschlichen Körpers reservirt. Für diese wird eine grössere Reife der Auffassungskraft vorausgesetzt, ihr muss also auch aus diesem Grunde schon— ganz abgesehen von der praktischen Seite— die höchste Stufe des ganzen zoologischen Curses zuertheilt werden, und um so leichter wird die Behandlung des Gegenstandes jetzt, wo schon so viele zoologische Anschauungen in den früheren Schulclassen gewonnen wor- den sind. Allerdings fehlen auch hier noch mancherlei chemische und physikalische Vorkennt- nisse, um verschiedene physiologische prozesse bis in das Genauste begreifen zu lernen. Aber einerseits ist die Wissenschaft selbst in vielen Fragen noch lange nicht zum Abschlusse gekommen und werden noch manche bis jetzt herrschende Vorstellungen sich abändern, und andererseits hat die Schule gar nicht die Zeit und auch nicht die Aufgabe, sich allzusehr in das Detail zu verlieren; denn wie sie keineswegs alle Nerven und Muskeln zur Kenntniss zu bringen hat, ebensowenig kann sie es wagen, die Lebensprozesse selbst bis in ihre feinsten Züge zu verfolgen. Die Systeme der Bewegung, der Empfindung und der Ernährung aber muss sie in ihren grossen


