Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den naturgeschichtlichen Unterricht am Gymnasium
Entstehung
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Schule zur Sprache kommen würden, so vorgeführt, wie sie sich eben nach der Jahreszeit oder guter Gelegenheit darbieten. Es ist dies zur Ergänzung nöthig und bringt angenehme Ab- wechslung in den Gang des Unterrichts, ohne diesen irgendwie zu beeinträchtigen. Für Quinta wählen wir etwa die Familien und Classen der Liliaceen und nächste Verwandte, Solaneen, Asperifolien, Cruciferen, Labiaten, Personaten, Leguminosen.

In der Quarta die Classen und Familien der Rosifloren, Coniferen, Amentaceen, Com- positen, Umbelliferen, Aroideen, Palmen.

In der Untertertia erfolgt das Einüben des Linné'schen Systems an zahlreichen, von den Schülern selbst nach der Classe zu bestimmenden Pflanzen. Von Pflanzenfamilien werden die Gräser und einige der Kryptogamen, etwa der Schachtelhalme oder Farne, betrachtet; ausser- dem treten aber hier einige Capitel allgemeineren Inhaltes aus der Morphologie und Physiologie der Gewächse ein, so im Frühlinge z. B. Bau und Entwicklung der Knospen unserer Laubbäume und daran knüpfend das Veredeln der Bäume durch Oculiren, Pfropfen u. s. w., später die Pflanzen- metamorphose, der Befruchtungsvorgang u. a. m.

In Obertertia: Bildung der Samen und die Keimung, damit im Zusammenhang die Hauptclassen des natürlichen Systems im Vergleiche mit dem Linné's. Dann der mikroskopische Bau der Gewächse. Die Hauptzüge der Pflanzengeographie; einige Familien der Kryptogamen; die Orchideen. 3

In der Zoologie kann man für Sexta in entsprechender Weise verfahren, wie dies in der Botanik für diese Classe angeführt wurde.

Am meisten dürfte es sich für diese Stufe empfehlen, als vorbereitenden Curs Repräsen- tanten aus den verschiedensten Thierclassen zu behandeln und dabei den Hausthieren den Vorzug zu geben.

Wenn wir diesen Begriff etwas weit fassen, dann können wir ausser Biene und Seiden- schmetterling auch den Goldfisch und Karpfen, den Laubfrosch und selbst den Blutegel, der jetzt ja künstlich gezüchtet wird, hinzu nehmen und finden so Thiere aus verschiedenen Classen. Es sind auch hier bei den Wirbelthieren das Skelett oder wenigstens Theile desselben, wie Schädel, Füsse etc., in erster Linie zu betrachten, wie denn auch auf den folgenden Stufen das Skelett bei der Betrachtung der Wirbelthiere zu Grunde gelegt wird, da es so deutlich die An- passung der Körper an die Lebensweise zeigt, weniger als die äusseren Theile dem Variiren unterliegt, leicht zur Anschauung gebracht werden kann und da seine richtige Behandlung vorzüglich die Selbstthätigkeit der Schüler anzuregen im Stande ist. Das Erzählen von Anec- doten wird auch hier schon nur in ganz wenigen Fällen statt haben dürfen, denn dazu hat die Schule keine Zeit, dazu gibt es ja auch Privatlectüre genug.

Fehlt in Quarta der naturgeschichtliche Unterricht, dann hat die Sexta ihre Aufgabe strenger zu fassen und sehen wir auch hier wieder von einer concentrisch sich erweiternden Behandlung des Stoffes in den verschiedenen Schulclassen ab etwa die Naturgeschichte der Säugethiere allein oder vielleicht auch noch die der Vögel vorzunehmen. Es wird dabei mit der möglichst eingehenden Betrachtung(s. oben Beispiele) wenigstens eines Vertreters einer der Ordnungen, besser aber mit der mehrerer, begonnen, worauf dann die Charakterisirung der Ordnung selbst folgt und das Bedeutungsvollste über Bau und Leben der wichtigeren, bisher noch unberücksichtigt gebliebenen Glieder der Gruppe sich anknüpft. Auch kann zuletzt