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Man wähle z. B. als Object der Betrachtung für die erste Stunde im Frühlinge in der Sexta die Tulpe, Tulipa Gesneriana, die leicht von den Schülern oder von dem Lehrer in einigen Exemplaren peschafft wird. Es wird zunächst Name, Vorkommen und Blüthezeit erwähnt; dann wendet sich die Betrachtung den Haupttheilen der Pflanze au, die alle beuannt und nach einander genauer betrachtet werden. Die Zwiebel wird nach Form und Farbe bestimmt, die Wurzeln werden nach Aussehen, Anheftung und Bedeutung besprochen, die braunen Häute und fleischigen Schalen und der Stamm als Haupttheil einer zerblätterten Zwiebel beschrieben. Die qabei zum Vorschein kommenden Brutzwiebeln sind nach Zahl, Grösse, Durchschnittsansicht, Anheftung und Bedeutung nächster Gegenstand der Betrachtung, und wenn eine derselben, wie es zuweilen der Fall ist, an ihrer Spitze ein grünes Blättchen zeigt, so wird untersucht, wo dieses seinen Ursprung nimmt und gefunden, dass die Zwiebelschalen zu den Blättern gehören. Hieran knüpfen sich Besprechungen über die Zeit, wann eine Zwiebel gepflanzt wird, was au ihr zuerst auftritt, wie der Stiel mit Blättern und Blüthe sich entwickelt, wie die Brutzwiebeln neue Pflanzen zu bilden im Stande sind, in welcher Weise dies geschieht, wenn man die Pflanzen ruhig mehrere Jahre an ihrem Orte lässt, und weshalb der Gürtner im Sommer die Zwiebeln aus einander nimmt und einzeln pflanzt. Ein Vergleich der welken Schalen der abblühenden Zwiebel mit den saftigen der jungen erläutert, welche Bedeutung die Schalen überhaupt haben und warum die alte Zwiebel nach der Blüthezeit abstirbt. Das Alles haben die Schüler schon mehr oder weniger beobachtet, und man qarf sie nur durch Fragen darauf bringen, dass sie sich über das Gesehene Rechenschaft geben. Die Entwicklung der Hyazinthe im Wasserglas, deren Betrachtung sich der der Tulpe zweckmässig anreiht, wird dann alle diese Dinge zur völligen Klarheit bringen. Die Frage, warum der Blüthenschaft an seinem untersten Theile weiss und plötzlich von einer scharfen Grenze an grün gefärbt ist, wird ohne grosse Schwierigkeit von den Knaben gelöst.
So werden in gleicher Weise die Laubblätter behandelt; ihre Form, Stellung, Farbe, gegenseitige Grösse, Aderung u. s. W. werden beschrieben; es wird aber zugleich auf die Art aufmerksam gemacht, wie sie in ihrer Jugend in einander gelagert waren und in welcher Weise sie sich nach einander entfalteten; dass das unterste Blatt so oft an seiner Spitze verletzt ist, wird dadurch, dass es zuerst über die Erde tritt und durch ungünstige Witterung so häufig in dem Wachsthum gestört wird, leicht erklärlich. Aber auch der Wachsüberzug der Blätter, der durch Abwischen beseitigt wird, entgeht nicht der gemeinsamen Aufmerksamkeit; er erinnert an qie pereiften Pflaumen und blauen Trauben. Die offene Blüthe wird nicht nur nach ihren Theilen besprochen, sondern wir fragen auch nach ihrer Vergangenheit und nach ihrem späteren Schicksale und suchen dies an ausgesuchten Exemplaren zu illustriren. Die Wirkung der Sonne auf das Oeffnen und Schliessen der Blüthe wird gleichfalls erkannt. Wir schneiden den Pruchtknoten durch, zeigen seinen Inhalt und erfassen daraus seine Bedeutung. Bezüglich der Aufgabe der Staubblätter begnügen wir uns einstweilen zu sagen, dass ihr Staub auf die Narben gelangen muss und dass ohne seinen Einfluss die in dem Fruchtknoten eingeschlossenen Samenknospen nicht zur Reife gelangen können. Schliesslich führt uns die Frage, ob die Tulpe pei uns wild wächst, auf ihre Heimat, vielleicht auch auf den früheren Tulpenhandel in Holland, und mit der Frage nach der Nutzanwendung beschliessen wir diese Besprechung, mit der wir glauben, schon manches gewonuen zu haben, indem der Schüler bei der Betrachtung anderer Gewüchse von mancherlei Dingen, über die er niemals nachgedacht, sich Rechenschaft geben wird und auch bereits selbst zu geben im Stande ist. Und fasslich sind alle die erwähnten Punkte


