Aufsatz 
Das Thal von Orotava auf Teneriffa
Entstehung
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getrockneten Feigen von Hierro(Ferro) nach den übrigen Inſeln ausgeführt werden. Es iſt ſicher nur eine Nachläſſigkeit, daß man auf den anderen Inſeln keine beſſeren Sorten erzielt, da das Klima und der Boden ihnen doch in hohem Maße günſtig ſind. Ein beliebtes Getränk iſt aber hier wie in Anda⸗ luſien die naranjada(das j= ch als Gaumenlaut), Waſſer mit Orangenſaft und Zucker, die man wie die Limonade trefflich zu bereiten verſteht. In Jahren, wo die Orangenernte beſonders reich ausfällt und man nicht weiß, was mit den Früchten anfangen, keltert man ſie zu einem Weine von ſchöner gelber Farbe, der von angenehmem Geſchmacke aber liqueurartig ſtark iſt, ſo daß man ihn nur in geringen Quantitäten genießt. Auch die großfrüchtige Sorte der Orange ſahen wir, deren dicke Fruchtſchalen zur Bereitung des Citronates benutzt werden, während man auf das Fleiſch weniger Werth legt. Der Citrone begegneten wir nur in einigen Gärten.

Von anderen Fruchtbäumen ſieht man in und zwiſchen den Opuntienpflanzungen noch viel⸗ fach den Pfirſich, der reichlich und lange ſeine wenig guten Früchte liefert, die Birne, die beſſer jedoch in den höheren kühleren Gegenden gedeiht, und die Mandel, die wie der Pfirſich viel gezogen wird aber meiſtens nur kleinere Samen liefert. Der Johannisbrodbaum gedeiht ebenfalls vor⸗ züglich und liefert für Pferde und Schweine ein gutes Futter, aber auch auf ſeine Anpflanzung verwendet man nur geringe Sorgfalt, obwohl er, wie die Pflanzungen Andaluſiens zeigen, von hohem Werthe ſein könnte. Ende September ſahen wir die Kinder mit ſeinen reifen Hülſen in den Händen aus den Gärten kommen. Ueber die Gartenmauern herüber hängen auch häufig die dünnen Zweige des Granatbaumes, die ſich unter der Laſt der rothgelben Aepfel tief herabbeugen. Die wir zu verſuchen Gelegenheit hatten, zeichneten ſich wenig aus; bei weitem ſtanden ſie den Granatäpfeln Valencia's nach, die ohne ausgebildete Samen in ihrem zuckerreichen Fruchtſafte ein wahres Labſal an heißen Tagen bieten. Auch den Melonenbaum(Carica papaya) müſſen wir noch nennen, da in den Gärten ſehr oft dieſer ächt tropiſche Baum zu finden iſt. Der runde Stamm wächſt wie ein Palmen⸗ Nelon InPa u m. ſchaft empor, verzweigt ſich erſt im Alter bei einer Höhe von etwa 20 Fuß und iſt durch die Narben der abgefallenen Blätter gefeldert. Unter der dünnen Krone der fußgroßen gelappten Blätter hängen im Kreiſe die grünlichen, melonenförmigen und ⸗großen Früchte, deren Fleiſch auch von ähnlichem Geſchmacke ſein ſoll.

Das von den Cactuspflanzungen nicht beſetzte Land iſt der Kultur verſchiedener Knollen⸗ gewächſe und Getreidearten gewidmet. Und ſo ſehr dem Pflanzenwuchſe zuſagend iſt das herrliche, nur geringen Schwankungen ausgeſetzte Klima des Thales, daß Ländereien, denen man aus den Waſſer⸗ leitungen die nöthige Feuchtigkeit zuführen kann, eine dreimalige Ernte im Jahre liefern. Zweimal reift der Mais auf demſelben Felde und dazwiſchen kann man noch einmal Kartoffeln ernten, die wie die anderen Pflanzungen bewäſſert werden. Der Mais(Welſchkorn) ſpielt unter den Nahrungs⸗