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Keine andere als daß man die Holzaſche aus dem Küchenfenſter hinunter in den Garten warf und das Küchenwaſſer darüber goß. In allen Gärten, an den kleinſten Bauernhütten in der unteren Region, wo man über einiges Waſſer zu verfügen hat, ſieht man aber auch dichtes Buſchwerk der Bananen. Wahre Wäldchen bilden ſie an der quellenreichen Küſte von St. Juan de la Rambla, wo, wie wir oben ſahen, ſie ſogar wildwachſend die Bachſchluchten erfüllen. Da die Frucht ſich nicht lange hält, ſo ſchneidet man die rieſigen Aehren ab, ſobald die erſte der Früchte anfängt gelb zu werden. Die ganze Aehre wird dann mit dem abgeſchnittenen Ende nach oben an der Decke aufgehängt und die reifenden Früchte nach einander abgebrochen. So ſieht man ſie in allen Obſt⸗ und Gemüſeläden, ſo wird ſie auf den Schiffen mit nach europäiſchen Häfen genommen, ohne daß ſie jedoch einen langen Transport auszuhalten vermöchte. Eine andere für die Kanaren überhaupt, insbeſondere auch für das Thal von Orotava ſehr wichtige Pflanze iſt der Feigenbaum(Ficus carica). Es iſt eigentlich ein rieſiger Buſch mit dickem Stamme und glattrindigen Aeſten, den man an allen Mauern, in allen Gärten, auf wüſten Plätzen und oft mitten in den Cactuspflanzungen antrifft, und da er auch noch in den höher gelegenen Gegenden, wo die Banane fehlt, gedeiht und Früchte reift, ſo iſt er gerade für die dort wohnenden Landleute von größter Wichtigkeit. Seine Früchte liefern dem Landmann friſch und getrocknet faſt tägliche Speiſe, denn auch ſeine Fruchtbarkeit iſt eine erſtaunliche. Hinter jedem neuen Blatte, das während des Sommers hervorſproßt, ſteht auch eine der wohlſchmeckenden und geſunden Früchte
(Scheinfrüchte), die in mehreren Spielarten, blauen und grünen, gezogen werden. Vom Juli bis in die erſten Tage des Oktober ſind ſie täglich friſch zu haben, da ſie nur eine nach der anderen, von der Baſis des Aſtes anfangend, reifen, ja es giebt Sorten, die noch einen Spätſommertrieb machen, die dabei angeſetzten Fruchtſtände aber erſt im nächſten Mai reifen, ſo daß an ſolchen Bäumen dann zwei Ernten gemacht werden können. In tiefer gelegenen Gegenden iſt die Ernte früher zu Ende und friſche Früchte werden dann noch von den höheren Ländereien in die Städte zu Markt gebracht. Die letzten Früchte an den oberſten Zweigen ſind oft nicht erreichbar oder man nimmt ſich nicht die Mühe ſie zu brechen; überreif platzen ſie viertheilig auseinander und bieten ihr röthliches Fleiſch, aus dem der Zuckerſaft ausfließt, Vögeln und Inſekten zur Speiſe. Im November verliert der Feigenbaum ſeine Blätter, und bis in den April gewährt er dann mit ſeinen dicken, verwirrten Zweigen von grauweißer Farbe ein ſonderbares Ausſehen. Der Ueberſchuß der Früchte, der friſch nicht verzehrt werden kann, wird auf dem heißen Steinboden in der Sonne getrocknet und als Vor⸗ rath für den Winter aufbewahrt.
Auch der goldnen AÄpfel der Hesperiden müſſen wir gedenken, die eine nicht geringe Rolle in dem Leben der Kanarienſer ſpielen und von dem November an, in welchem Monate ihre Haupt⸗ ernte beginnt, bis in den nächſten Sommer eine allgemeine Erquickung bieten. Die Orange wird zwar ſehr häufig gezogen, aber auf ihre Pflege verwendet man eine ſehr geringe Sorgfalt. Vielfach werden die aus Samen gezogenen Bäume nicht einmal veredelt. Auch hat man nicht die frühreifen Sorten, wie man ſie in Südſpanien und Portugal trifft. Während wir in Liſſabon täglich im Auguſt ſchon die ſaftigſten Orangen mit Blättern am Stiele, alſo friſch gepflückt, auf dem Tiſche hatten, waren in Orotava ſelbſt Anfangs Oktober noch keine genießbaren Früchte aufzutreiben. Sie fingen jetzt erſt an, ſich auf den Bäumen theilweiſe gelb zu färben, waren aber noch hart und eſſigſauer. Berühmt als die beſten Orangen der Kanaren ſind die von der Inſel Gran Canaria, die wie die ausgezeichneten


