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ſtehung gleich wieder ab. Der ſaftige Stengel, oft ebenfalls mit Stacheln beſetzt, gliedert ſich und ahmt die Cactusform treulich nach. Unter dem Einfluß derſelben Bedingung, der großen Trockenheit, tritt nun auch die Kleinie in dieſe ſonderbare Formenreihe ein. Der runde Stamm, der viele Jahre ausdauert und darum mit ſeinen Aſten ein ſtrauchartiges Ausſehen erhält, iſt nach den Jahrestrieben abgeſetzt und fleiſchig. Die abfallenden Blätter laſſen ihre Blattnarben an ihm zurück. Auch ſie ſind nicht von langer Dauer und nur an dem Ende des Zweiges, wo die langſtieligen Scheindolden der gelblich weißen Blüthen hervorbrechen, ſteht ein Wirtel ſchmal lanzettlicher Blätter von grau⸗ grüner Farbe.
Doch wir wandern weiter. Ein ſchmaler Pfad führt an dem Rande des Berges etwa 100 Fuß tief hinab zum Strande. Wir ſtehen in einer weiten Schlucht, die das toſende Meer geſchaffen. Lockerer Untergrund wurde von dem Waſſer weggeſpült, bis feſterer Fels dem weiteren Wühlen Halt gebot. Die herabgeſtürzten Steinblöcke erfüllen den Grund der Schlucht, groß wie klein haben ſie alle glatt gerundete Oberflächen, denn das Meer, das bei der Fluth(der Unterſchied zwiſchen Ebbe und Fluth beträgt hier etwa 8 Fuß) hereindringt, rollt bei ſeinem Hin⸗ und Herwogen die Steine übereinander und ſchleift ſie. Auch jetzt zur Ebbezeit ſind ſie alle feucht, denn die ganze Schlucht iſt mit feinem Waſſerſtaub erfüllt, deſſen Salzgehalt von der Zunge deutlich erkannt wird. Schnecken(Patellen und Trochus) kleben daran, ſcheue Krabben flüchten bei unſerem Nahen mit ſeit⸗ lichem Marſche unter ſie. Die Felswand, die vielfach Ueberhänge bildet, umgürtet die kleine Bucht mit ihren ſenkrechten Wänden und wehrt dem Sonnenſtrahle den Zutritt zu derſelben. Sie hat bei ihrem Einſtürzen draußen im Waſſer drei rieſige Pfeiler ſtehen laſſen, von denen der dem Ufer nähere bereits dem Nagen des Waſſers erlegen iſt. Jetzt zur Ebbe ſieht ſein Fundament etwa 2 Fuß über das Waſſer heraus. Die anderen noch ſtehenden Steinſäulen werden über kurz oder lang das⸗ ſelbe Schickſal haben, denn ſchon ſind ſie auf der Waſſerſeite tief ausgefreſſen, ein breites Thor in der einen derſelben läßt die heranrollende Woge durchtreten und iſt bereits eine bedenkliche Breſche in dem aufrechten Felſen. Draußen an der Seite der Bucht, wo eine durchſichtige Grotte von bläulichem Waſſerſtaube erfüllt iſt, hat ſich ein faſt ſenkrechter Schlund in der glatten, horizontalen Felsbank gebildet. Er mündet unter dem Niveau des Meeres aus, und wenn mit breitem Rücken die Woge herandrängt, dann füllt ſie den verborgenen Kanal, ſpritzt als mächtiger Sprudel viele Fuß hoch aus der oberen Offnung hervor und überſchüttet die Felsplatten mit ihrem Waſſer.
Die Pfeiler der kleinen Bucht, die an das Ufer von Helgoland erinnern, werden nur an ihrem oberen Theile von der Sonne beſchienen, denn das hohe Ufer wirft ſeine Schatten über ihre untere Hälfte. Der Lichtſtrahl im Vereine mit dem Dunſte des Waſſers hat auf ihrer Oberfläche wieder eine charakteriſtiſche Vegetation hervorgezaubert. Es ſind mehrere Arten der Dachwurz(Semper- vivum) die mit verdorrten Kräutern und Gräſern die kleinen hängenden Gärten beſetzen. Eine Art(S8. canariense), deren weiche Blätter große Roſetten am Boden bilden, fanden wir ſchon häufig an dem Schuttpfade, der uns in die Bucht herabführte. Hier hängt ſie nach allen Seiten ihre Blätterkränze herab. Zwiſchen ihnen aber ragen ſtrauchartig emporſtrebende Arten empor, die auf dem veräſteten dicken Stiele kleine Endroſetten tragen. Anderes Leben regt ſich in den Klüften und Spalten der braunen Pfeilerwände. Zwar Pflanzen vermögen da nicht zu haften, aber zahlreiche wilde Tauben(Columba livia), wohnen darin, ja ihre Menge iſt ſo groß, daß manche Stellen der Steinwand von ihrem Miſte weiß getüncht erſcheinen, und häufig fliegen die durch unſere


