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dem Portillo, ſtrömte der zähe feurige Brei dem Thale zu, und auf eine große Strecke hin erkennt man die ſich drängenden Züge der Maſſe, die ebenfalls der Pflanzenwelt noch keinen Zugang geſtattet hat.
Um das liebliche Bild aber würdig abzuſchließen, ſteigt im Hintergrunde über der ſchrägen Linie der Tigayga majeſtätiſch der Pik de Teyde empor, herrlich glänzend im Scheine der Morgen⸗ ſonne. Er ſchließt ſich der hehren Feier des heutigen Tages an, denn ſelten nur zeigt er ſo rein ſeine erhabene Figur. Wie eine flache Kuppel wölben ſich die breiten Seiten empor, ſchwarze Rippen von Obſidianſtrömen treten aus dem hellgrauen Grunde ſcharf heraus, oben auf dem Dome aber ſitzt eine weißlich ſchimmernde Spitze, der Piton oder Zuckerhut, wie ſie genannt wird.
Nachdem der Pik ſich eine Zeitlang ruhig hat betrachten laſſen, zeigt er aber auch ſeine Laune. Im Nu hat er eine leichte Nebelkappe aufgezogen, die uns den Piton völlig verhüllt, ſich bald aber wieder verzieht. Von den Seiten eilen dichtere weiße Wolken herbei, die der entſtehende Seewind als unſichtbare Dünſte vom Meere mitgebracht hat und erſt oben bei ſeiner Abkühlung verdichtet. Vom Gipfel herabſinkend verhüllen ſie bald gänzlich als weißer Mantel den Berg. Unruhig wogen ſie hin und her und trennen ſich bald an einzelnen Stellen, aus denen dunkel der Körper des Pik herausſieht. Nun ziehen ſie ſich, indem ſie ſich herabſenken, zu einem weiten Ringe auseinander, der bis etwa in die Mitte des Berges herabſteigt, ſich dort wie ein weißer Gürtel eng um dieſen anſchließt und in dieſer Lage ſtundenlang ruhig verharrt. So zeigt der Pik von Teneriffa, der auf den Seiten ſeiner Kuppel faſt keine organiſchen Weſen nährt, ein Leben eigener Art. Winde und Wolken ſind ſeine Genoſſen, die mit wechſelndem Spiele ihn täglich umziehen.
Wir verlaſſen den Puerto und folgen dem Fahrwege nach Weſten immer nahe der Küſte. Zwiſchen den letzten der einſtöckigen Häuſer ragt eine Felskuppe, ſchroff zugeſpitzt, über die Dächer hinaus, ihre Seite der Straße zu iſt offen und wir ſehen in eine Grotte, die zum Theil mit Stein⸗ ſchutt angefüllt iſt. Es iſt eine jener Lavablaſen, die ſich hoch erhoben hat und endlich zur Hälfte eingeſtürzt iſt. Eine ähnliche Erhebung ſteht draußen am Meeresſtrande. Ihre ſolideren Wände haben den Springfluthen getrotzt und tragen ein Ausſichtstempelchen, von dem wir öfters im Ange⸗ ſicht der blauen Berge Palmas das wunderbare Schauſpiel des Sonnenuntergangs im Meere ge⸗ noſſen. Weiter draußen mündet ein waſſerloſer Barranco in das Meer, ein breites Bachbett mit grobem Steinſchutt erfüllt. Der graue Tabak(Nicotiana glauca), noch nicht ſehr lange auf der Inſel eingeführt, hat ſich hier eingebürgert und liefert in ſeinen 10 Fuß hohen Stämmchen einiges Brennholz für die Anwohner. Das Waſſer, das im Frühlinge den Barranco herabrauſcht, hat ge⸗ waltige Steinhaufen am Strande aufgethürmt. Wild liegen die ſcharfkantigen Brocken übereinander. Drunten an ihrem Fuße ſchlägt mit dumpfem Schlage die Brandung an, ihren Giſcht hoch empor⸗ ſchleudernd, oben auf der ſonnverbrannten Fläche aber haben ſich trotz der Trockenheit noch Gewächſe angeſiedelt, die meiſten von höchſt ſonderbarer Form. Aus den Spalten, in denen eine fußlange Eidechſe(Lacerta Galotti) haust, wuchert üppig die Strandpeterſilie„Perejil del mar“; neben ihren reifen Früchten iſt ſie noch mit neuen weißen Blüthen geſchmückt. Sie gedeiht nur in dem ſalzigen Dunſte, der ihr von der Brandung zugeweht wird. Einige Arten des dickſtengligen Eiskrautes lieben dieſelbe Nahrung und alſo auch denſelben Standort. Vor allem finden wir das auch bei uns wohl⸗ bekannte und wegen der auf ſeinen Blättern und Stengeln verbreiteten großen Waſſerdrüſen auf⸗


