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Rechenschaft gibt, habe ich 1839 gleichfalls nach seiner Verfügung und nach dem Maasse der mir zu Gebote gestellten Hülfsmittel die Textesrecension der Chronographie des Theophanes, in der Bonner Sammlung der Byzantiner, ausgeführt. Ausser einigen Auf- sätzen in litterarischen Zeitschriften und kleineren Gelegenheitsschriften, unter denen ich eine Biographie des deutschen Satirikers Liscow(1846) und eine kurze Geschichte des Hansischen Stahlhofs nach Lappenberg's ausführlichem Werke(1853) nenne, habe ich nur noch zu erwähnen, dass seit 1846 mich hauptsächlich die mir von dem befreundeten Verleger Fr. Frommann in Jena übertragene neue Bearbeitung der Elementarbücher der griechischen und lateinischen Sprache des verewigten Fr. Jacobs, unter denen besonders die treffliche Sammlung der Attika eine wesentliche Umgestaltung erfahren hat, anhal- tend beschäftigt.“
In Folge der im letzten Programm berichteten Emeritirung des Herrn Conrector Dr. Schwenk ist Herr Dr. Anton Eberz, bisher Lehrer an der katholischen Selecten- Schule dahier, vom Hohen Senate zum Professor an dem Gymnasium ernannt. Die gründliche philologische Bildung und die bewährte pädagogische Erfahrung des hoch- geschätzten Mannes, der gleichzeitig mit mir sein neues Amt angetreten hat, gewähren die sicherste Bürgschaft, dass seine treue und eifrige Mitwirkung unserer Anstalt zum Segen gereichen werde. Herr Professor Dr. Eberz theilt uns über sein Leben folgende Nachrichten mit:
Geboren zu Frankfurt a. M. den 23. April 1817 genoss ich meinen Jugendunter- richt in der Selecten-Schule, aus welcher ich Ostern 1831 in die Tertia des Gymna- siums übertrat. Herbst 1835 ward ich rite zur Universität entlassen, blieb aber wegen des kurz zuvor erfolgten Todes meines YVaters, des hiesigen Bürgers und Sehneider- meisters Joh. Eberz, noch ein halbe’s Jahr in der Vaterstadt, um mich, von meinen seit- herigen Lehrern auf das zuvorkommendste unterstützt, privatim weiter vorzubereiten. Ostern 1836 ging ich nach Bonn um Philologie zu studiren und blieb daselbst 2 ½ Jahre. Herbst 1838 begab ich mich nach München. wo ich im Sommer 1839 auf meine Disser- tation Theologumena Pindari zum Dr. philos. promovirt wurde. In Bonn und München war ich Mitglied des philologischen Seminars. Unter den academischen Lehrern, welche auch ausser den Vorlesungen sich der Leitung meiner Studien besonders angenommen und mich dadurch zu immerwährendem Danke verpflichtet haben, nenne ich in Bonn: die Herren Professoren Welcker, Näke, Klausen, Calker und Bethmann-Holweg; in München: Thiersch und Görres.— Nach Frankfurt zurückgekehrt beschäftigte ich mich mit Privat- Unterricht in den alten Sprachen, bis ich Ostern 1842 eine Professur an den oberen Klassen des katholischen Gymnasiums von Graubündten— damals in Disentis— antrat. Aber schon im Herbste desselben Jahres kehrte ich wieder zurück, um eine Stelle als philologischer Lehrer an der hiesigen Selecten-Schule zu übernehmen. Von dieser Anstalt wurde ich durch Hochverehrlichen Rathschluss vom 6. September 1853 als Professor ans Gymnasium versetzt. Anton Eberz.
Durch Beschluss Hohen Senates vom 29. December 1853 ist Herr Prorector und


