Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch / Johannes Classen
Entstehung
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Professor Dr. Rödiger unter Anerkennung seiner langjährigen Leistungen mit Beibe- haltung seines Ranges, Titels und ganzen Gehaltes vom 1. April 1854 an in Ruhestand versetzt. Die aufrichtigste Hochachtung und Zuneigung aller seiner Amtsgenossen, die auf der Anerkennung der trefflichen Eigenschaften seines Geistes und Charakters be- ruht, bleibt dem würdigen Manne auch nach seinem Ausscheiden aus unserm Collegium gesichert.

An seine Stelle ist von Hohem Senat den 31. Januar d. J. Herr Alfred Fleckeisen, früher Collaborator am Gymnasium zu Weilburg, und zuletzt ordentlicher Lehrer an dem vitzthum'schen Geschlechtsgymnasium und der Blochmann-Bezzenbergerschen Erziehungs- anstalt zu Dresden zum Professor am hiesigen Gymnasium berufen. Der ausgezeich- nete Ruf, den Herr Fleckeisen als Gelehrter und in seinem Beruf als Schulmann bei Allen, die mit ihm in Beziehung stehen, geniesst, berechtigt uns zu den schönsten Hoff- nungen für seine Wirksamkeit an unserm Gymnasium, die er mit dem Beginn des be- vorstehenden Schuljahrs antreten wird. Ueber seine Lebensverhältnisse berichtet er selbst das Nachstehende:

Alfred Fleckeisen, geboren am 23. September 1820 zu Wolfenbüttel im Herzog- thum Braunschweig, erhielt seinen ersten Schulunterricht in der Elementarschule zu Lutter am Barenberge und besuchte dann vom Herbst 1829 bis Ostern 1839 das Gym- nasium zu Helmstedt. Von hier aus bezog er die Universität Göttingen, um Philologie zu studieren, und war daselbst drei Jahre lang Mitglied des königlichen philologischen Seminars und der philologischen Societäten der Professoren Schneidewin und Fr. Wieseler. Nach Beendigung seiner akademischen Studien folgte er im Herbst 1842 der Einladung des Vorstandes einer in Idstein im Herzogthum Nassau bestehenden latei- nischen Privatschule, die an derselben erledigte Lehrerstelle zu übernehmen. Auf sein Ansuchen von dort aus wurde er zum nassauischen Staatsexamen zugelassen, und nachdem er dasselbe bestanden hatte, war er vom Februar 1846 bis zum October 1851 am Gymnasium zu Weilburg thätig, zuerst als Schulamtscandidat zur Aushülfe, seit October 1846 als angestellter Collaborator. Im Herbst 1851 erging an ihn von Seiten des Professors Dr. Bezzenberger in Dresden, der damals nach dem Rücktritt des Geh. Schulraths Prof. Dr. Blochmann die Direction des Vitzthumschen Geschlechts- gymnasiums und des Blochmann'schen Gymnasialerziehungs-Hauses eben angetreten hatte, der Antrag in das Lehrercollegium der von ihm geleiteten vereinigten Anstalten einzutreten. Mit Vergnügen folgte er diesem Rufe und wirkt in der ihm dadurch ge- wordenen Stellung noch in dem Augenblick, wo er diese Skizze seines Lebens nieder- schreibt, um dem ehrenden Vertrauen, welches der Hohe Senat der freien Stadt Frank- furt durch seine unterm 31. Januar d. J. vollzogene Ernennung zum Professor an dem dortigen Gymnasium in ihn gesetzt hat, in einigen Wochen durch den Antritt seines neuen Amtes nachzukommen und nach besten Kräften zu entsprechen. Im Druck sind folgende Schriften von ihm erschienen:

1) Exercitationes Plautinae. Gottinge 1842. 54 S. 8.