Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch / Johannes Classen
Entstehung
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Schulnachrichten.

Am 26. August 1853 legte Herr Rector Dr. Vömel in einer bei der öffentlichen Progressionsfeierlichkeit gehaltenen Abschiedsrede das Amt nieder, zu welchem er, nach- dem er schon seit 1818 das Prorectorat, und seit 1821 das Conrectorat am Gymnasium bekleidet hatte, den 8. October 1822 berufen, und von welchem ihm auf sein Gesuch die ehrenvolle Entlassung in den Ruhestand den 22. März v. J. von Hohem Senate gewährt war. Das Lehrercollegium sprach seine Empfindungen und Wünsche dem scheidenden Vorgesetzten, mit welchem es so viele Jahre verbunden gewesen war, bei einem an demselben Tage veranstalteten Abschiedsmahle aus. Möge der hochverehrte Mann sich in dem Bewusstsein, sein schweres Amt mit strenger Gewissenhaftigkeit und unwan- delbarer Ueberzeugungstreue bis zum Schlusse verwaltet zu haben, und in dem unge- störten Genuss der geistigen und körperlichen Gesundheit und Frische, welche Gott ihm erhalten hat, noch lange der wohlverdienten Musse und Ruhe zu seinem und der Seinigen Segen erfreuen!

An seine Stelle ist durch Beschluss Eines Hohen Senates vom 9. August v. J. der Unterzeichnete in das Amt eines Directors des Gymnasiums berufen, welches er den 30. September angetreten hat. Der alten Sitte treu, gebe ich im Folgenden einen kur- zen Bericht von meinen bisherigen Lebens- und Berufsverhältnissen:

Ich bin den 21. November 1805 in Hamburg geboren, wo mein Vater Waaren- makler war. Meinen ersten Unterricht habe ich in verschiedenen Privatschulen erhalten und bin erst, als meine Neigung für das Studium sich entschieden hatte, in meinem fünfzehnten Jahre der gelehrten Schule des Johanneums übergeben. Unter Gurlitt, Hipp, Zimmermann, Müller und Ullrich, deren anregende und fördernde Unterweisung ich in dankbarem Andenken trage, habe ich meine Schulstudien bis Ostern 1824 beendigt, und darauf noch ein Jahr das akademische Gymnasium unter Gurlitt, Hartmann, Grohmann und Lehmann besucht. Wenn ich keine leichte Jugend gehabt habe, vielmehr früh auf die eigne Sorge für mein Fortkommen hingewiesen war; so erkenne ich um so dank- barer das zwiefache Glück, das mir in derselben zu Theil geworden und für mein ganzes Leben von segensreichen Folgen geblieben ist: einmal die frühe Gewöhnung, meine Kräfte in mannichfacher Anstrengung, namentlich auch in dem Unterrichten Jüngerer, zu versuchen; sodann die wohlwollende Theilnahme, welche ich von vorzüglichen Männern erfahren habe: unter denen, die durch Rath und Belehrung für meine Jünglingsjahre von dem entschiedensten Einfluss gewesen sind, nenne ich vor Allen UIlrich in Ham- burg, mit welchem mich noch jetzt eben so sehr die Pietät des dankbaren Schülers, wie die herzliche Freundschaft späterer Jahre verbindet, und den verstorbenen C. Friedr. von Rumohr, dessen belehrende und anregende Unterhaltung, indem er unter meiner Anleitung früher versäumte griechische Studien nachholte, mir von unschätzbarem

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