Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch / Johannes Classen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

er nicht selten, und namentlich da, wo verschiedene Auffassungen möglich sind, verkannt ist. Auch einige Stellen dieser Art, welche von dem Gesichtspunkte der bisher geführten Beobachtung aus anders zu fassen und zu schreiben sein möchten, als es gewöhnlich in unseren Ausgaben geschieht, lege ich der Prüfung kundiger Leser vor.

J 165 ff. liest man die Worte des Nestor, durch die er die Gesandtschaft an den Achil- leus anräth, allgemein in folgender Interpunktion:

A2 dyere, dode drυοιμμεν, oi ae Tdνοσεα 21 εσ μλιοωρðf% ην⁴ἀεεκ ᷣνυmο. 21 0 dye, Tode ενeσσει⁴ννυοοοi ε νεσσων

Nestor stellt es zur Wahl, ob man zu dem wichtigen Auftrage Männer berufen wolle, die auch sonst dazu gewählt zu werden pflegen,(das muss der Sinn des zlπꝙ⁸ι sein, wenn man die einzige Stelle vergleicht, wo es noch einmal im Homer vorkommt 386.) oder ob er selbst seine Begleiter bestimmen solle. Nun ergänzt man auch zu dem rodug dr ενιννοαιαι uaus dem Voraufgehenden drourwuer. Aber schon der lebhafte Uebergang zu etwas Neuem durch lσν e macht diesen Zusammenhang unwahrscheinlich; dann aber schliesst auch der zweite Fall, die Bestimmung durch Nestor allein, eine Aufforderung durch Andre(ärouroner) aus: wird ihm die Auswahl allein überlassen, so soll dieser auch Folge gegeben werden. Dieses, wie mir scheint, einzig richtige Verhältniss tritt erst ans Licht, wenn wir v. 167 interpungiren:

d' dpye, rode dr νεειιιριοωοσυπ, bt iOεασσοωω.

Und damit gewinnen wir wohl zugleich das früheste Beispiel jenes Sprachgebrauchs, der, wo er sich bei attischen Schriftstellern wiederholt, bei den Herausgebern meistens die unentschiedene Frage veranlasst hat, ob der Artikel mit dem ôg verbunden oder getrennt zu schreiben ist. Vergleicht man aber mit unsrer Stelle andre, wie Soph. Oed. Col. 1332.

oic deν σ πιιοοσασ⁶*π, Tois εᷣ†αάον ενα ετε⁴tos. Philoct. 86. 87. sναν ιι νςα deν αυν ⁷⁶eένsμτ³ι εμινν Aasotlov œα, roνς α ποςσσεeι ατνινσ

Thucyd. 2, 46, 13.(Bekker): dλα doο ols veitai doerije utyοεx, rofs d εeνεοσσς deυαεο ro³νeuouo(auch 3, 98, 20.); so scheint dem Ursprung dieser Wendung gemäss es nicht zweifelhaft, dass die getrennte Schreibung vorzuziehen ist.

Noch an zwei anderen Stellen der Ilias glaube ich nach berichtigter Interpunktion denselben Sprachgebrauch zu erkennen. 4 362. 363., wo Agamemnon den Vorwurf der Lässigkeit und Feigheit, den er selbst dem Odysseus gemacht hat, bereut, und nach dem allgemeinen Zureden ihn zu begütigen sucht:

2 i9i, raĩa d' νπναιασσνένσ⁴|ς*εςςιεαν, el rt uœ⁶ν ννν sionræ' τ⁴˙ derræ dsol uerναανα stev.

Nach dieser Interpunktion muss man das raðra und rd dera für ein und dasselbe halten: für die verletzenden Worte, die Agamemnon gesprochen. Aber näher betrachtet darf das nicht angenommen werden. Agamemnon umerscheidet zwischen der Kränkung, die eine nachträgliche Sühne bedarf, und den blossen Worten, die verwischt und vergessen