Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch / Johannes Classen
Entstehung
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Ganzen verknüpft und eng gebunden hält: die lebendige Wirkung des Gedankens beruht nicht mehr auf den isolirten Theilen, sondern ihre Verbindung ist es eben, was dem Ein- zelnen wie dem Ganzen sein Leben giebt. In allen Sprachen hat daher auch die reifere Durchbildung des Gedankens je länger, je mehr die äusserlichen Bindemittel zwischen der Protasis und Apodosis(die griechische Terminologie bezeichnet das Verhältniss der sich gegenseitig fordernden Glieder durch das ooretvetr und deποοει⁶ινασν, das auf ein Ziel hin Span- nen und das Darlegen des Ergebnisses schärfer als die unsrige, die nur die äusserliche Reihefolge im Vorder- und Nachsatz hervorhebt) völlig abgeworfen, und überlässt es einer verständigen Auffassung, das rechte Verhältniss zu erkennen; höchstens dass wir Deutsche durch unser so noch einmal den Inbegriff des bedingenden oder sonst bestim- menden Vordersatzes resumirend andeuten. Das aber ist in einem grossen Theile der ho- merischen Periodenbildung noch ganz anders. Die Verbindung der Satzglieder ist häufig noch nicht eine so innige, dass nicht noch das mechanische Bindemittel einer Partikel zur nähern Bezeichnung des Verhältnisses erforderlich oder zu wünschen wäre. Daher jene Fülle der mannichfachsten Uebergangspartikeln, die jedem Leser Homers als die Vermitt- lung zwischen Vorder- und Nachsatz zu Anfang des letztern vertraut sind, und deren ver- schiedene Wirkung hier nur durch eine Anzahl von überall vorkommenden Beispielen anzu- deuten genügt. Zunächst das weitreichende do(do oder 6), recht eigentlich die epische Partikel, die den nach natürlichem Zusammenhang zu erwartenden Fortschritt ausdrückt, und daher auch den sich gleichsam von selbst ergebenden Nachsatz einführt, wie 4 447. E 15.904. Z238. H 19. 333. 2. 10.* 160. 341. 415. 0 90. u. s. W. Sodann das nachdrück- lich versichernde oοoder ot, wenn dem Nachsatz ein bedeutenderes Gewicht gegeben werden soll, wie E 847. Z-201. 188. 288. 219. Ferner wenn es darauf ankommt, die zeitliche Folge hervorzuheben, das einfache rera, oder mit stärkerer Betonung der Unmittelbarkeit uriw ᷣreera und- sreita, wie E 214. 713. Z 350. 505. H 208. 290. 294. 6 379. 408. 272. 318. 8 340. 93. 102. 367. 447. 478. 389. u. s. w. wofür auch gelegent- lich érdæ in seiner temporalen Bedeutung und r mit der Andeutung des bestimmten Falles eintritt; vgl. 384. Z 394. 17 787. g 151. und B 373. 4 290. H 158. N 57. 0 51. P 563. T 61. 224. 6 733. 1458. 0 537. 375. u. s. W. Endlich wo im Nachsatz ein bedeutsames oder entscheidendes Moment enthalten ist, die Partikeln ôxũ rörs, röre Or, zu τdτε d, zc rôt'&neira A 478. 494. Z 176. 108. 5 237. 288. 303. 484. 0 458. x 56. 0 83. 172. u. s. W.

In allen diesen und ähnlichen Verbindungen des Vorder- und Nachsatzes durch überleitende Partikeln, die noch auf einen mechanischen Anschluss hinweisen, bleibt indess das Gesetz der Unterordnung unverletzt und der Charakter der hypotaktisch gebildeten Periode bewahrt. Bei weitem mehr wird derselbe alterirt, wenn die Anknüpfung durch solche Partikeln geschieht, welche eine Gleichstellung beider Satzglieder andeuten und somit, indem das Ganze der Periode auf dem Gesetz der Subordination beruht, die äussere Form der Coordination darstellen. Diess tritt am deutlichsten in der Verbin- dung von Vorder- und Nachsatz durch r hervor, in Fällen, wo das innere Bedürf- niss einer möglichst engen Zusammenziehung beider leicht zu erkennen ist.