Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch / Johannes Classen
Entstehung
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anderen Stellen, wo jenes durch eine andere Interpunktion verdunkelt ist, dasselbe als

nothwendig ergeben. So erscheint die stolze Rede der Hera 4 58. ff. nicht in ihrer ganzen Wirksamkeit

und Bedeutung, wenn wir in unseren Ausgaben lesen: Kaldo Qναν ϑειςε ε, νεένοο εαι ̈ιννινέάν ⁶εέκν do a μμν ποσεςσενεdτν eνεεο KOν dνννονέεν⁸, A&, οεεεοον, vεrer e ad ouexd πϑςιἀμοενε eᷣννμανσ οις ασιμεε α(̈ωσ᷑⁴᷑οισι μαςσσςιν.

Das letzte Satzglied: α σς drdoœeis ist keineswegs ein für sich bestehender Zu- satz, der in solcher Isolirung sogar der Intention der Rede entgegenstehen würde, da es nicht auf die Hervorhebung der Würde des Zeus an sich ankommt. Nur dann erst, wenn diese Worte durch Verwandlung des Kolon nach lμαα ins Komma unter den Einfluss der Conjunktion obrexæ gestellt werden, treten sie in ihr rechtes Verhältniss zum Ganzen. Zwar sind nun die beiden von obveza abhängigen Satzglieder dem Gedanken nach sich nicht paral- lel; vielmehr müsste das zweite dem ersten subordinirt sein(ich habe den Vorrang durch Geburt sowohl, als weil ich deine Gemahlin bin, du aber der All- herrschende bist, d. h. weil ich deine, des Allherrschenden Gemahlin b in); aber der homerische Sprachgebrauch zieht die Coordination vor. Ganz ausdrücklich ver- langt auch der Scholiast diese Construktion und die dadurch bedingte Interpunktion: our Cori τεᷣlεix ie πεπνmνα Gnlν⁴αο dοτι ασον eisεν ννm τoν παᷣνενν déασαασοσνπντποο ⁷6 x* τ cijg Ea*dxynõe, 4deαdoο eineir · goı oον πα⁴mντνυν εαἀσιαενονo. Das Anmuthige(ν), das er dieser Ausweichung aus der strengeren Structur(ęEaν‿αmν) zuschreibt, liegt darin: dass aller- dings die Naivetät des bequemeren Ausdrucks auch da mit Vergnügen empfunden wird. wo sie der strengen Consequenz der logischen Anordnung Eintrag thut. Vgl. Friedländer, Nican. rell. p. 54.

Ganz ähnlich ist das richtige Satzverhältniss P 43. ff. aufzufassen, wo Hektor's Zorn gegen Paris in die Worte ausbricht:

1 xov ννααοοσσιmQαάοννηοαμκονννε‿ ‿e τα qdrrse doiiõα ομον εμμενναά, bu'eνα 2ανν eioos Er, oux gori Sinm ꝗοεσρ oοιο⁸ε tiς A*ννj.

Wenn v. 45. nach eido éx', wie es in den Ausgaben geschieht, stärker interpungirt wird, so werden die folgenden Worte: ν zzum directen Vorwurf in Hektor's Munde, was in jeder Beziehung unpassend wäre. Sie sind aber der nothwendige Gegen- satz zu dem: ourexx αν εldο x in der vorausgesetzten Verhöhnung der Achäer, die da- durch erst eine wirkliche Verspottung(αmναα⁴oοσ wird: denn das blosse qdrres doria rO,νμον εμέμμμ νπ, Oνε̈α να⁶ν si6o Emt, würde, vorzüglich in der Auffassung des alten Dichters, auch in günstigem Sinne verstanden werden können. Freilich hätte nach hypotaktisch- periodischer Verbindung das zweite Glied dem ersten untergeordnet sein müssen;höh- nend sagen sie: darum wohl seist du der erste, weil schöne Gestalt dir beiwohne, w äh- rend doch nicht Kraft und Stärke in dir sei. Aber wie im vorhergehenden Beispiele, so