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zieht das Pronomen relativum des ersten Satzgliedes auch das zweite unter seine Botmäs- sigkeit, obgleich in den ersten Fällen die grammatisch geforderten Casus nicht eintreten, in den anderen die Personal-Pronomina od, eine grössere Selbstständigkeit in Anspruch zu nehmen scheinen. Für denselben Sprachgebrauch der späteren Prosa genüge es an wenige Beispiele zu erinnern: Thuc. II, 74, 4. er ir pfr ridε 1ι⁶ιν, ε ol œrεαοεμςα 1όά⁴όι— MI6ν εέάςο⁴ασσν πἀαάοέαmν᷑e isr euαee&ru‿ονidæᷣœ⸗αroi Ealnoer. Plat. Gorg. p. 452. D. 3 qps dd μένιατον αeναηνeν εiνα rois deνιιουπνανν εα σε πυνονιυνν siνα mαἀꝭros. Demosth. Ol. III, 24. euetrot oig ouu* ½αρονσνν oi 1νοres oud&ꝓενουνιν αous.
In dieser wohlbekannten und auch den Lateinern nicht fremden ¹²) Ausdrucksweise entfernt sich der homerische Sprachgebrauch noch um einen Schritt weiter von der Gesetz- lichkeit der periodischen Verbindung da, wo in einem mehrgliedrigen relativisch beginnen- den Satze, der zweite Theil, namentlich wenn er einen Gegensatz zu dem ersten enthält, zwar durch das logische Verhältniss mit diesem verbunden, grammatisch aber nur durch die abstrakte Relation in der Satzverbindung erhalten wird. Dies eigenthümliche Construe- tionsverhältniss findet sowohl unter dem Einfluss eines Relativpronomens, welches die Lei- tung des mehrgliedrigen Satzes übernimmt, als relativer Conjunctionen seine Anwendung. Aber gar häufig ist es geschehen, dass sich das schwache, fast wesenlose Band, das der- artige Satzglieder in der Vorstellung des alten Dichters zusammenhielt, der gewöhnlichen Auffassung entzogen, und die materielleren Zeichen unserer Interpunktion das Verhältniss verdunkelt haben. Dennoch ist es für ein Verständniss, das gern den leiseren Bewegungen des Dichtergeistes nachgeht, nicht gleichgültig, in solchen Fallen den wahren Stand der Sache zu erkennen, und, so weit wir es durch die äussere Form vermögen, auch aus- zudrücken.
Ein einfaches und unbestrittenes Beispiel zeigt am besten den Charakter der hier besprochenen Satzverbindung 6 312. 313.
7 0dr dννςι οςι τ τπἀᷣοοσσ⁵εκν eνεoεν² o*d zl o01d ruœ εέαμα⁴ἀ, εανioss, 2„οε εέτt τππνπιοsο 1α.
Die letzten Worte stehen so gut wie das erste abhängige Satzglied unter dem Ein- fluss der Conjunction ε, allein sie haben offenbar ein ganz anderes Verhältniss zu dem Hauptsatz our d³s, als jenes. Sie sollten dem eigentlichen Zusammenhang nach dem Voraufgehenden sich untergeordnet haben, wie Faesi erklärt s. V. a. ErI nriov d6rog. Das aber ist das Eigenthümliche dieser Structur, dass eine lockere Parataxis, die sich mit gros- ser Freiheit anhängt, an die Stelle der hypotaktischen Verbindung tritt.
Erkennen wir an dieser Stelle dieses Satzverhältniss und die Interpunktion, wie sie allgemein recipirt ist, als richtig an, so wird sich daraus für eine bedeutende Zahl von
12) Vgl. Halm zu Cic. Verr. IV. c 5, 9. mancipium, quo et omnes utimur et non praebetur a po- pulo. c. 28, 64. nunc reliquum attendite, de quo et vos audistis—— et in ceteris nationibus usqine ad ultimas terras pervagatum est.


