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Das Verfahren, welches der holländischen Methode der Hleiwgisss dbxikation ähnlich gewesen zu sein scheint, ist unvollständig beschrieben. Soch eine andere Art der Darstellung, welche mit der auch von Dioscorides angegebenen, wonach man die Aufl lösung⸗ des Pleles in Essig eindampfte, übereinstimmt, wird an derselben Stelle angeführt. Das däbei; gowonnene Produkt ist aber nicht Bleiweien, sondern Bleizucker(essigsaures Blei).
Mi d das Bleiweiss, die cerugsa, geglüht, 80. eutsgehtr rote flunige; daber heisst es: cerussa ipsa si coquatur, rufescit XXXIV. 176. Eine andere Art. Mennige scheint das Produkt zu sein, das durch Glühen eines in den Blei- und Silberbergwerken vorkommenden, der Farbe nach an- scheinend wenig Blei enthaltenden: Minerales erhalten wird, das vielleicht natürliches kohlensaures
Blei, Weissbleierz oder Cerussit ist. Die betr. Stelle lautet vollständig: Namaue est alterum genus in omnibus fere argentariis itemgque pr inbariis metallis qutocl fit exusto lapide vonis permivto, non
er illo eujus womicam argentum 297N nane hns— is enim et ipse in argentum excoquitur— sed er aliis simul repertis. steriles etiam plumbi micae deprehenduntur solo colore, nec nisi in fornacibus rubescentes erustigue tunduntur in farinam. hoc est secundarium minium perquam paucis notum XXXIII. 119.— Dass diese Mennige zur Verfälschung des Zinnobers benutzt wurde, ist bereits oben(S. 15) erwähnt worden.
Als Fundorte für Blei sind Gallien und Spanien(Kantabrien) angegeben; das meiste Blei aber lieferte Britannien, wo es so massenhaft vorkam, dass die Förderung gesetzlichen Be- schränkungen unterlag, damit die Preise nicht zu sehr gedrückt würden. Es heisst darüber: in Brittannia summo terrae corio adeo lar ge ut lex custodiatur, ne plus certo modo fiat XXXIV. 164. Die Verschiedenartigkeit der Erze bedingt das Vorkommen verschiedener Arten von Blei im Handel unter den Namen: Jovetanum, Gaprariense und Oleastrense. Auch der alte Bergmannsaberglauben von dem Nachwachsen der Frae findet. sich schon XXXIV. 164: mirum in his solis metallis quod derelicta fertilius revivescunt.
Das Blei wurde vornehmlich zu Wasserleitungsröhren und Platten gebraucht ¹), die Blei- präparate dienten zu medizinischen Zwecken und zur Bereitung von Schminke. Der Verwendung in Legierungen mit Zinn, namentlich zum Löten, wurde schon gedacht; zu Legierungen mit Kupfer und Messing wurde es gewiss nicht so allgemein gebraucht, wie man nach den Angaben des Plinius annehmen sollte, der neben dem plumbum argentarium als Zusatz zu gewissen Erzen auch aus- drücklich plumbum nigrum angiebt, das er aber wohl mit plumbum candidum verwechselt ²).
Von den anderen schweren Metallen ist weder bei Plinius, noch überhaupt bei einem Schrift- steller des Altertums etwas zu finden. Die bald nach der Entdeckung des Platins aufgestellte
Behauptung, dass dieses Metall bereits den Alten unter dem Namen Elektrum(s. S. 14) bekannt gewesen sei, und die spätere Hypothese, wonach gar das plumbum album des Plinius Platin sein sollte, sind schon lange gründlich widerlegt(vergl. Kopp, Geschichte der Chemie IV. S. 220 f.).
Die Anfandung von Kobalt in antiken blauen Gläsern spricht für unsereoben(S. 8) ausgesprochene Vermutung, dass Kobalterzstückchen unter den glänzenden Steinchen, welche bei der Glasbereitung
zugesetzt zu werden pflegten, zu verstehen seien. Nickelerze sind wohl, wenn sie gefunden wurden, als Kupfererze angesehen und mit diesen verhüttet worden, und es liesse sich dadurch ein etwaiger Nickelgehalt in antiken Fundstücken erklären. Sehen wir von diesen wenigen Metallen, welche erst in der Neuzeit in Gebrauch gekommen
1) XXXIV. 164. nigro plumbo ad Fsihas lamnasque utimur. 2) XXXIV. 96—98.


