Aufsatz 
Zur Mineralogie des Plinius / von August Nies
Entstehung
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siccatur diebus XXX. daraus geworden, was gar keinen Sinn hat, da der Vitriol dabei höchstens anfangen würde, sein Krystallwasser und zugleich blaue Farbe und Glanz zu verlieren.

Auch durch andere Zusätze wird der ursprüngliche Text verdorben. Das zeigt die Stelle, wo von den tropfsteinartigen Aggregaten die Rede ist, in denen sich der natürliche Kupfervitriol als UÜberzug in Höhlen und alten Grubengebäuden gewöhnlich findet. Dioscorides sagt davon einfach: 1 Qηᷣꝙν v⁴αeᷣο œαd dαeταανρν uννιοοπιειᷣννν νον eic zuναν dνπον&νυονα συννeα Ʒe zu graννς κα‿ενειασα υmn⁵ι ιυςrαι νκυννστιισααπα μιεμιαα ⁸νααοέμ̈νυνων Plinius dagegen schreibt: Fit et pluribus modis: genere terrae eo in serobes cavato, quorum e lateribus destillantes hiberno gelu stirias stalagmian vocant XXXIV. 124. Dioscorides wusste besser, welche Temperatur in den eyprischen Bergwerken herrschte. Plinius dagegen scheint zu glauben, dass diese Kupfervitriol- stalaktiten, die allerdings Eiszapfen ähnlich sehen, auch wie solche entstanden sein müssten, daher der Zusatz: hiberno gelu.

Von der Benutzung der Cementwasser zur Darstellung des metallischen Kupfers durch Aus- fällen mit Eisen ist bei Plinius nicht die Rede ¹).

Von dem Eisen und seinen Verbindungen spricht Plinius nicht so ausführlich und deutlich, wie es wünschenswert wäre; namentlich ist auch hier, wie bei dem Kupfer, die Art der Verhüttung nicht erwähnt. Immerhin lassen sich die verschiedenen Eisenerze aus der Beschreibung erkennen. Gediegen kommt das Eisen als Meteoreisen vor. Über den Fall von Eisenmassen berichtet Plinius(II. 147) in einem Kapitel, in dem er zugleich erzählt, dass zu gewissen Zeiten es Milch, Blut, Fleisch, Wolle und Ziegelsteine geregnet habe, also in einem Zusammenhang, der die Erzäh- lung nicht gerade glaubwürdig macht, während er an einer anderen Stelle(II. 150) behauptet, dass er selbst einen vom Himmel gefallenen Stein gesehen habe; doch sagt er nicht, dass er Eisen ahnlich gesehen habe. Als Eisenerz erwähnt Plinius besonders das Magneteisen, von dessen verschiedenen Arten bereits die Rede war, und den Roteisenstein oder Eisenglanz(haematites). Die von Plinius angegebenen Fundorte liefern auch heute noch reiche Ausbeute, nämlich die Nordküste Spaniens ²) und die Insel Elba ³). Die fasrigen, schaligen und schuppigen Varietäten sind wohl unter dem Schistos(νστο, spaltbar) zu verstehen, von dem es heisst: Schistos ek haematites cognationem habent(XXXVI. 114). Es gehört hierher sowohl der rote als der braune Glaskopf, die, wie schon erwähnt wurde, durch den roten resp. gelben Strich unterschieden werden. Durch diese Prüfung lässt sich der Androdamas als Roteisenstein(Eisenoxyd), der arabische Eisenstein dagegen und der Hepatites als Brauneisenstein(Eisenoxydhydrat) erkennen. Der Name des letzteren(iπαπœάτιτς= leberähnlich) deutet auch schon auf die braune Farbe; er heisst jedoch nur so im rohen, ursprünglichen Zustand, gebrannt dagegen miltites(udztεri= rötelartig) d. h. das braune Eisenoxydhydrat verliert beim Glühen das Wasser und geht in rotes Eisenyxod über. 4) Die Form des Brauneisensteins, die man als Bohnerz bezeichnet, wurde in Noricum

1) Beck, L., Geschichte des Eisens I. S. 498, sagt zwar, dass dies Verfahren den Römern bekaunt gewesen würe, giebt aber hier, wie an vielen Stellen, wo es sehr wünschenswert wäre, die Quelle für seine Behauptung nicht an.

2) Metallorum omnium vena ferri largissima est. Cantabriae maritima parte qua oceanus adluit, mons praealtus, incredibile dictu, totus ex ea materia est XXXIV. 149.

3) Ferri metalla ubigue probemodum reperiuntur, quippe etiam insula Taliae Iloa gignente, minimague diffi- cultate adgnoscuntur colore ipso terrae manifesta XXXIV. 142.

4) alterum androdamanta dicit(Sotacus) vocari, colore nigrum, pondere ac duritia insignem, et inde nomen traæisse praecipuegue in Africa repertum, trahere autem in se argentum, aes, ferrum ewperimentum ejus esse in cole