Aufsatz 
Zur Mineralogie des Plinius / von August Nies
Entstehung
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konkaven Schliff der Smaragde die Rede ist ¹). Dies ist aber durchaus nicht nötig. Was Plinius von den einzelnen Mineralien sagt, verrät gar häufig, dass es einzelne Bemerkungen sind, die aus ver- schiedenen Quellen stammen und die sehr häufig untereinander nicht in engem Zusammenhang stehen. Der Zusammenhang besteht hier darin, dass in dem unmittelbar vorhergehenden Satz von den Smaragden die Rede ist, quorum corpus extentum est, d. h. den in die Länge und Breite (mehr als in die Dicke) ausgedehnten, die, wenn sie durche ein Folie undurchsichtig gemacht waren, spiegelten, cadem qua specula ratione supini rerum imagines reddunt, ohne dies, aber zum Durch- sehen besonders geeignet waren. In dem§ 63, in den nach Blümner der Satz gehörte, weil in ihm von der angenehmen Farbe des Smaragdes die Rede ist, spricht Plinius nur von dem Ansehen, von aspectu und contuitu, hier allein von dem Durchsehen, und dem Vorteil, den der gefärbte Krystall dem blöden Auge bietet. Dass die Lesart in smaragdo auch möglicherweise durch einen Smaragd, wie die frühere Lesart smaragdo(ohne in) übersetzt werden könne, giebt Blümner zu. Ein anderer Einwand wird nicht gemacht. Dass die beiden Stellen des Plinius, von denen hier die Rede ist, trotz der reichen Litteratur über diesen Gegenstand noch nicht in Beziehung zu einander gebracht wurden, ist auffallend genug.

Doch kehren wir zu unserem Thema zurück. Chrysocolla ist endlich auch noch der Name für ein neben dom Gold(als dessen Abschaum auri sanies XXXIII. 4) vorkommendes Mineral, das auch Amphidanes heisst(s. S. 6). Plinius schreibt darüber: adhirmatur natura eius qude magnetis esse, nisi quod augere quoque aurum traditur XXXVII. 147.

Während unter der zweiten Art der Chrysocolla und dem natürlichen Grünspan, aerugo ²), die in Wasser unlöslichen Überzüge und Ausfüllungen der Hohlräume in den Kupfererzen zu verstehen sind, werden dagegen die seltneren, zusammenhängenden, dichten und festen Vorkomm- nisse von Malachit und anderen grünen Kupferverbindungen, namentlich auch das Kieselkupfer, den Smaragden beigezählt oder sind unter der molochitis des Plinius zu verstehen, der davon schreibt: Molochitis spissius viret et erassius guam smaragdus ab colore malvae nomine accepto

XXXVII. 114.

Auch das ganz gewöhnlich neben dem grünen basischen Kupfercarbonat, dem Malachit, vor- kommende blaue Carbonat, die Kupferlasur, wird von Plinius unter verschiedenen Namen auf- geführt. Die krystallisierte und dichte Form scheint unter dem Cyanus verstanden zu sein, der den Edelsteinen zugerechnet ist und von vielen für Lasurstein gehalten wird(vgl. Blümner a. a. O. S. 275). Der Cyanus des Plinius XXXVII. 119 ist der zixeνοs des Theophrast ³) und Dioscorides); bei beiden ist es eine in den Kupferbergwerken neben der Chrysocolla vorkommende blaue Farbe xαu κηκινeνοο αάτο†ςυνςα εμνν ενντꝙεασννι 2υσονκ⁴dæy, als deren Fundort, wie bei Plinius, Skythien und Cypern angegeben wird. Die Farbe wurde in Agypten künstlich nachgemacht 5), wie Theo- phrast(VIII. 55) erwähnt und Plinius nachschreibt. Die erdige Kupferlasur heisst bei Plinius XXXIII. 161 Caeruleum, sie kommt von denselben Fundorten wie der Cyanus. Die armenische Farbe scheint

1) idem plerumgque concavi, ut visum conligant. quamobrem decreto hominum is parcitur scalpi vetitis quam- gquam Scythicorun Aegyptiorumgque duritia tanta est ut non queant volnerari. quorum vero corpus ewtentum est eadem qua specula ratione supini rerum imagines reddunt. Nero princeps etc. XXXVII. 64.

2) Aerugo lapidi ex quo coquitur aes deraditur XXXIV. 110.

3) IIeoν Ʒέιω VII. 39.

4) Pedani Dioscoridis Anazarbei de materia medica lib. V. cap.(VI.

5) Lenz. a. a. O. S. 25 glaubt, dass dies durch Smalte, mit Kobalt blau gefärbte Glasmasse, geschehen sei.