Aufsatz 
Zur Mineralogie des Plinius / von August Nies
Entstehung
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anhängenden, oft wollig aussehenden Oxydationsprodukten bezogen werden kann, welche letztere unter Sori und Misy zu verstehen wären. Auch an einer anderen Stelle scheint Plinius chalcitis für Eisenkies gebraucht zu haben. Es wird nämlich der Stein, aus dem der spaltbare und oft faserige Alaun(alumen schiston) ausblüht, als Chalcitis bezeichnet ¹). Anderseits mag auch schon bei Plinius die Bezeichnung pyrites, die jetzt nur für Eisenkies beibehalten worden ist, früher aber für Kiese überhaupt gebraucht wurde, zum Teil Kupferkies bedeuten, und zwar mag es von den beiden auf Cypern gefundenen Arten pyrites, von denen eine argenteo, die andere aureo colore war, die letztere sein).

Die Cadmia ist kein Kupfererz, sondern Galmei, ein Zinkerz, das, mit Kupfererzen zusammen verhüttet, Messing(aurichalcum) liefert. Auch die Cadmia wird von Plinius nicht näher beschrieben, er sagt nur, dass ausser der einen Sorte Cadmia, die zum Schmelzen des aes gebraucht werde, es noch eine andere Sorte gebe, die besonders in der Medizin Anwendung finde und ein Hütten- produkt sei, welches durch die Glut und das Gebläse ausgetrieben werde und sich je nach der Leichtigkeit an den verschiedenen Stellen des Ofens niederschlage und je nach Beschaffenheit und Aussehen verschiedene Namen als Capnitis, Botryitis, Placitis, Onychitis und Ostracitis bekomme ³). Alle diese Produkte sind leicht als durch andere Substanzen mehr oder weniger verunreinigtes Zinkoxyd zu erkennen, welches bei der Verhüttung zinkhaltiger Erze zu sublimieren pflegt. Andere Namen dafür sind noch Pompholyx und Spodos), von denen der erstere die Bezeichnung für das leichtere, feiner verteilte weisse Zinkoxyd ist, die Zinkblumen, die wegen ihrer Khnlichkeit mit Büscheln Wolle von den Alchimisten lana philosophica genannt zu werden pflegten, während Spodos unreiner und dunkler ist. Als Fundort für Cadmia wird unter anderen auch Germania provincia angegeben).

Die Zinkblende scheint als Erz nicht pekannt gewesen zu sein, kann aber recht gut eins der zahlreichen im 37. Buch erwähnten Mineralien sein, da es unwahrscheinlich ist, dass das auf- fallende und namentlich in den Blei- und Silberbergwerken fast nie fehlende Mineral unerwähnt geblieben wäre. So könnte z. B. der, wie Plinius erzählt, 6) von Bocchus in Spanien gefundene zwölfpfündige sog. Chrysolith, der zu jener Art der Chrysolithe gezählt wird, welche expertes gem- marum usu wegen ihrer bernsteinähnlichen Farbe Chryselectroe genannt werden, ein Spaltungsstück von Zinkblende sein, wie sie auch jetzt noch so schön in Spanien(Picos de Europa, Prov. San- tander) vorkommen.

Je nach der Art der Kupfererze und der Menge der zugesetzten Zinkerze entstanden ver- schiedene Sorten aes, welche nach den Besitzern der Gruben, aus welchen das Rohmaterial stammte, benannt wurden, daher die Namen Sallustianum, Livianum, Marianum, auch Cordubense genannt, von welchen letzteren bemerkt wird), dass sie die Cadmia am besten aufnähmen und demnach ein dem aurichalcum an Güte gleichkommendes Erz lieferten, nämlich Messing.

1) concreti aluminis unum genus schiston appellant Graeci, in capillamenta quaedam canescentia dehiscens, unde quidam trichitim potius appellavere. hoo fit e lapide ex quo et aes chaleitim vocamus sudor guidam ajus lapidis in spumam coagulatus XXXV. 186.

2) XXXVI. 137. 3) XXXIV. 100104.

4) aliqui quod sit candidum levissimumgue pompholggem dixere et esse aeris ac cadmiae favillam, spodon nigriorem esse ponderosioremgque, derasam parietibus fornacium, miwætis scintillis, aliguando et carbonibus XXXIV. 128.

5) XXXIV. 2. 6) XXXVII. 127.

7) summa gloriae nunc in Marianum conversa, quod et Cordubense dicitur. hoe a Liviano cadmean maxime sorbet et aurichalci bonitatem imitatur in sesterliis dupundiarisque, Cyprio suo assibus contentis XXXIV. 4. Mommsen