Aufsatz 
Zur Mineralogie des Plinius / von August Nies
Entstehung
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omnibus paene provinciis, sed in Hispania pulcherrimum XXXIII. 96. Von dem Gebrauch des Silbers wird sehr ausführlich gehandelt XXXIII. 128157.

Von dem Quecksilber(argentum vivum) sagt Plinius fast alles, was sich über dessen Vorkommen in der Natur sagen lässt: dasselbe kommt nach ihm in gediegenem Zustand als eine stets flüssige Masse vor(vomica liquoris aeterni) und zwar zusammen mit den übrigen Erzen. Es ist ein Gift für alles, zerfrisst und zernagt alle Gefässe aus Metall,(indem es damit Amalgame bildet). Auch das Gold zieht es an sich, weshalb es benutzt wird, das Gold von alten Gewändern zu trennen ¹1). Das hierbei gebildete Goldamalgam wurde zum Vergolden kupferner Geräte gebraucht XXXIII. 100. Das Quecksilber findet sich jedoch nicht reichlich in gediegenem Zustand, sondern es wird aus dem Zinnober(minium) künstlich abgeschieden. Das Verfahren giebt Plinius genau an ²). Es wurde dabei ein Destillationsapparat aus Thon, der mit einem mit Lehm verkitteten Deckel versehen war, angewandt. Der Zinnober wurde in einer eisernen Schale bei- gesetzt. Das bei dem Glühen des mit Eisen in Berührung stehenden Zinnobers frei werdende Quecksilber sammelte sich in dem Deckel, der also die Stelle der Vorlage zu der Retorte vertritt. Dieses künstlich abgeschiedene Quecksilber scheint Plinius nicht für identisch mit dem natürlichen argentum vivum gehalten zu haben, er nennt es hydrargyrum. Wie das gediegene Quecksilber, kommt auch der Zinnober aus Spanien und zwar der beste aus der sisaponensischen Landschaft in Bätica, dem heutigen Almaden ³). Er wurde als rote Farbe sehr geschätzt und durch Zerreiben und Schlemmen verbessert 4). Die Griechen nannten ihn teilweise cinnabaris, welcher Name eigent- lich auf eine andere rote Farbe, das Drachenblut, geht 5). Doch kommt daher unser Name Zinnober, während der Name minium später allein für Mennige gebraucht wurde, für welche man das minium secundarium hielt, von dem Plinius sagt, dass es in den Silber- und Bleibergwerken vorkomme und zur Verfälschung des ächten Miniums benutzt werde).

Das Kupfer war Plinius nicht in dem gediegenen Zustande bekannt, auch giebt es kein besonderes Wort dafür, da aes auch für Messing und andere Kupferlegierungen gebraucht wird. Aes cyprium, woraus später cuprum wurde, war ein Kunstprodukt, wie die anderen Arten von aes, das reinste Kupfer ist aes candidum. Als Erze, aus denen aes dargestellt wurde, werden genannnt: die Chalcitis und die Cadmia.

Die Chalcitis(zadæirie, Erzstein) scheint, wie auch der Name andeutet, allgemeinKupfererz zu bedeuten. An der Stelle, wo eine genaue Beschreibung einer Chalcitis gegeben wird, ist ein bestimmtes Kupfererz schwer zu erkennen; es heisst XXXIV. 117:(chalcitis) friat se statim mollis natura, ut viddeatur lanugo conereta...... habet autem aeris venas oblongas. probatur mellei coloris, gracili venarum discursu, friabilis, nec lapidosa, putant et recentem utiliorem esse, quoniam inveterala sori fiat, was allenfalls auf einen stark zersetzten radialfaserigen Eisenkies mit den

1) venenum rerum omnium est perrumpitgue vasa permanans tabe dira. omnia ei innatant praeter aurum, id unum ad se trahit. ideo et optime purgat, ceteras ejus sordes expuens erebro Jactatu fictilibus in vasis, ita vitiis eiectis. sed ut ipsum ab auro discedat, in pelles subactas efrunditur per guas sudoris vice defluens purum relinquit aurum XXXIII. 99.

2) Rt autem duobus modis: aereis mortariis pistillisque trito minio ex aceto(vergl. Theophrast IIeot à49ον 105) aut patinis Hictilibus inpositum ferrea concha, calice coopertum, argilla superinlita, dein sub patinis accenso follibus continuis igni atque ita calici sudore deterso qui fit argenti colore et aquae liquore XXXIII. 123.

3) XXXIII. 118. In Almaden sind auch heute noch Quecksilberbergwerke.

4) XXXIII. 114.

5) XXXIII. 115. Die hier erwähnte sanies draconis ist ein vom ostindischen Drachenbaum(Dracaena Draco L.) gewonnener Farbstoff.

6) XXXIII. 119.