Aufsatz 
Zur Mineralogie des Plinius / von August Nies
Entstehung
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verliert ¹), und dass es sich trefflich verarbeiten lässt. Denn es lässt sich nicht nur in ausser- ordentlich dünne Blättchen(bracteas) schlagen ²), sondern auch in feine Fäden ziehen, die sich wie Wolle und ohne diese verweben lassen ³).

Alles Gold enthält Silber, doch in wechselndem Verhältnis, bald zu ¹ſio, bald seines Gewichts; nur in einem einzigen Erze, welches Albucrarense genannt wird, beträgt der Silber- gehalt S 6, und es hat dieses deshalb den höchsten Wert. Eine Mischung von Gold und Silber heisst Electrum 4). Dieses electrum findet sich teils natürlich, teils wird es hergestellt. Der Gehalt solcher natürlicher und künstlicher Legierungen wird mit dem Probierstein(coticulum), dem sog. heraklischen oder lydischen Stein, bestimmt 5).

Als Fundorte des Goldes sind zunächst einige Flüsse genannt, aus deren Sand es ausgewaschen wird, es heisst davon: Tvenitur in Tago Hispaniae, Pado Ilaliae, Hebro Thraciae, Pactolo Asiae, Gange Indiae, nec ullum absolutius aurum est, ut cursu ipso attrituque perpolitum XXXIII. 66. Das meiste Gold aber lieferte Spanien, wo jährlich 20 000 Pfund gewonnen worden sein sollen. Die Art der Gewinnung bestand darin, dass man ganze Berge unterminierte, zum Einsturz brachte und auf die Schuttmassen Flüsse leitete. Das abfliessende Wasser wurde in Gräben geführt, deren Boden mit Strauchwerk ausgekleidet war, in dem das Gold zurückgehalten wurde 6). Uber den Gebrauch des Goldes zu Schmucksachen, Münzen u. a. spricht Plinius ausführlich in den ersten Kapiteln des 33. Buches.

Das Silber(argentum) findet sich nach Plinius im Gegensatz zum Gold nicht in gediegenem Zustand, wird auch nicht durch Auswaschen aus dem Sand der Flüsse gewonnen, sondern nur in Bergwerken(Non nisi in puteis reperitur nullaque spe sui nascitur, nullis ut in auro lucentihus scintillis XXXIII. 95). Als Silbererze scheinen sowohl Rotgiltigerz als Silberglanz oder auch Fahlerz bekannt gewesen zu sein; wenigstens lässt sich dies aus der Farbe der Erze schliessen, da es heisst: terra est alias rubra, alias cineraceu XXXIII. 95; besonders aber wurden silber- haltige Bleierze verhüttet(ſiat ex plumbo nigro XXXIV. 158). Silbererze und Bleierze oder auch Blei selbst wurden zusammengeschmolzen(excoqui non potest, nisi cum plumbo nigro aut cum vena plumbi XXXIII. 95), wobei die verunreinigenden Teile sich mit dem Blei nieder- schlugen, während das Silber obenauf schwamm(codem opere ignium discedit pars in plumbum, argentum autem innatat superne ut oleum aquis XXXIII. 95). Das Bleierz, das neben den Silbererzen vorkommt, wird Galena genannt. Inbetreff des Fundortes heisst es: Reperitur in

1) nihil igne deperit, tuto etiam in incendiis rogisque XXXIII. 59.

2) nec aliud laxius dilatatur aut aumerosius dividitur XXXIII. 61.

3) superque omnia netur ac texitur lanae modo vel sine lana XXXIII. 62. Hierdurch unterscheidet sich das Gold von dem Amianth oder Asbest, der sich nur verspinnen und verweben lässt, wenn ein Flachsfaden als Grundlage benutzt wird, mit dem die Amianthfasern zusammengedreht werden. Plinius erwähnt derartige Ge- spinste XIX. 19 21 und ihre Anwendung als qurch Feuer zu reinigende Tischtücher und als Leichentücher. Das dοσεασπτισνον, aus dem sie gefertigt wurden, hält er für die Fasern einer indischen Pflanze.

4) Omni auro inest argentum vario pondere, aliubi decuma parte, aliubi octava, in uno tantum Callaeciae metallo quod vocant Albucrarense tricesima sewta portio invenitur, ideo ceteris praestat. ubicumdue guinta argenti portio est electrum vocatur XXXIII. 80. Der Name Electrum ist von Klaproth einem Gold aus dem Altai mit 36% Silber beigelegt worden.

5) his coticulis periti, cum e vena ut lima rapuerunt experimentum, protinus dicunt quantum auri sit in ea, gquantum argenti vel aeris, scripulari differentia mirabili ratione non fallente XXXIII. 126. Vena bedeutet Erzstufe.

6) XXXIII. 70 ff.