11
101. Es würde danach mas überhaupt mehr die männlichen Eigenschaften rauh, fest, kräftig, von der Farbe lebhaft, femina dagegen mild, weich, sanft(von der Farbe), die charakteristischen Eigenschaften der Frau, bezeichnen.
Die fünfte Art des Magnes ist folgendermassen beschrieben: Deterrimus autem in Magnesia Asiae, candidus neque attrahens ferrum similisque pumici. Daraus kann man mit Sicherheit nur erkennen, dass es weder Magneteisen, noch auch ein anderes Eisenerz ist; später wurde es als Talk(wasserfreies Magnesiumsilikat) gedeutet, der aber aus der Beschreibung des Plinius nicht erkannt werden kann.
Eigentümliche magnetische Kraft wird, wie Plinius XXXVI. 146 berichtet, von Sotacus dem Androdamas zugeschrieben, der als eine Art Hämatit bezeichnet wird, schwarz mit rotem Strich, schwer; derselbe soll ausser Eisen auch Silber und Kupfer anziehen. Die Beschreibung passt, abgesehen von diesem Irrtum, auf Eisenglanz. Der Androdamas, von dem es an einer anderen Stelle(XXXVII. 144) heisst, er krystallisiere quadratis semper tessellis similis und habe wie der Diamant Silberglanz, ist dann wohl ein anderes Mineral, wenn auch nicht, wie Scheuchzer glaubte, Kalkspat, oder, wie Woltersdorf, Flussspat.
Die Eigenschaft des Bernsteins, durch Reiben elektrisch zu werden, wird von Plinius in folgendem Satz beschrieben: Ceterum attrita digitorum accepla caloris anima trahaunt in se paleas et folia arida et philgras ut magnes lapis ferrum XXXVII. 48. An einer anderen Stelle ist gesagt: in Syria quogue feminas verticillos inde facere et vocari harpaga, quia folia paleasque et vestium fimbrias rapiat XXXVII. 37.
Der Bernstein führt verschiedene Namen; der lateinische ist sucinum, was sich auf die Ent- stehung aus Harz bezieht,(arboris sucum esse prisci nostri credidere XXXVII. 43), der aus dem Griechischen stammende ist electrum, von den Germanen soll er glessum genannt worden sein.
Auch das Wort lyncurium oder langurium bezieht sich auf Bernstein. Plinius erzählt auch die Fabel, wonach dieser Stein, der von anderen nicht für Bernstein, sondern für einen besonderen Edelstein(gemma) erklärt wurde, aus dem Harn des Luchses entstehe, woher der Name uνννοον d. h. Luchsstein. Auch berichtet er von den elektrischen Eigenschaften desselben: nec folia tantum ae stramenta ad se rapere sed deris etiam ae ferri lamnas, quod Diocli cuiddam Theophrastus quoque credit; doch setzt er hinzu ego falsum id totum arbitror XXXVII. 52.
Während von dem Bernstein nur angegeben wird, dass er durch Reiben elektrisch wird, ist bei einem anderen Mineral, dem Lychnis, auch angeführt, dass er durch Erwärmen die Eigen- schaft bekommt, Spreu und Papierschnitzelchen anzuziehen: has sole ercalfactas, aut attritu digi- korum paleas et chartarum fila ad se rapere XXXVII. 103. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser pyroelektrische Lychnis, als dessen Fundort Orthosia, ganz Carien und besonders Indien angegeben wird, der Turmalin ist, an dem diese Eigenschaft im Jahr 1707 durch Garman erkannt worden ist. Es werden zwei Varietäten, eine rote und eine violette, wegen dieser Farbe Jonia (oy= viola) genannte, angegeben und bemerkt, dass einige den Lychnis für einen matteren Karbunkel halten, was damit gut übereinstimmt, dass von einer Art Karbunkel, dem Carchedonius, dieselben elektrischen Eigenschaften angeführt werden.
Als besonderes Kennzeichen, und namentlich bei edlen Steinen als Fehler, werden mitunter auch Einschlüsse verschiedener Art von Plinius erwähnt. Eingewachsene Krystalle oder krystal- linische Massen von anderen Mineralien werden als sal bezeichnet, so beim Bergkrystall, dem Jaspis, dem Opal, dem Material der murrhinischen Gefässe; daneben wird auch verruca in ähnlichem Sinne gebraucht. Dadurch und dqurch rostähnlichen Überzug wird die Oberfläche raub. Das


