und Balas-Rubine unterscheiden, von denen der erste Korund, der zweite Topas und der dritte Spinell ist, so bezeichnet Plinius die verschiedenen roten Edelsteine als indische, garamantische oder carchedonische, alabandische und andere Arten des Karbunkels. Zu verwundern ist es, dass trotz der Wichtigkeit, die man der Farbe beilegte, die einzelnen Nuancen nicht sorgfältiger be- zeichnet werden; so wird sowohl der Schwefel als der Smaragd als virens bezeichnet, das Magnet- eisen und die Kupferlasur(cyanus) als caeruleus. Anderseits werden jedoch auch die verschiedenen Farben eines Minerales richtig angegeben. So heisst es bei dem Steinsalz: rubet Memphi, rufus est eirca Orum, Centuripis purpureum(das charakteristische Blau des Steinsalzes von manchen Lokalitäten, auch den sicilianischen), in Cappadocia crocinus effodlilur XXXI. 86.
Der Grad des Glanzes wird häufig näher bezeichnet: ob das Material lebhaft oder schwach glänzend ist oder matt, oft durch eigentümliche Epitheta z. B. brevis nitor, longe splen- dens u. a.; auch fehlen die besonderen Bezeichnungen für die Art des Glanzes nicht ganz, indem splendor von unqurchsichtigen, dunkeln, insbesondere also von den metallisch glänzenden Körpern, von poliertem Kupfer, vom Eisen und den Eisenerzen(Siderites est ferrei splendoris) ge- braucht wird; ebenso wird erwähnt: ælectri(Legierung von Gold und Silber) natura est ad lucer- narum lumina clarius argento splendere XXXIII. 81; auch der zwar nicht metallisch glänzende, aber pechschwarze, undurchsichtige Asphalt(bitumen) wird, wenn er ächt ist, daran erkannt ut quam maxime splendeat. Und von einem unter den gefärbten Steinsalzarten aufgeführten eigen- tümlichen Salz heisst es: circa Gelam tanti splendoris ut imaginem recipiat XXXI. 86, woraus hervorgeht, dass der höchste Grad des splendor der eines Spiegels ist. Nitor und die davon ab- geleiteten Wörter dagegen werden vorzugsweise von Glasglanz zeigenden Mineralien gebraucht, dem Amethyst, Iris(Bergkrystall), dem Sarda(Carneol), dem Alabastrides, dem Eisenvitriol(atra- mentum sutorium), welches perquam speclabili nitore, vitrumgue esse creditur XXXIV. 123. Auch der zur Glasbereitung besonders dienliche Flusssand hat Glasglanz(harenae nitescunt), die glänzen- den Steinchen dagegen, die in ähnlicher Weise wie der magnes hierbei zugesetzt werden, sind calculi splendentes, also wohl auch metallisch glänzende Mineralien, deren Zusatz vielleicht die verschiedene Färbung des Glases zum Zweck hatte, während man durch den Magnes, d. h. die Manganerze, die Entfärbung bewirkte ¹).
Der hier angedeutete Unterschied zwischen splendor und nitor ist übrigens nicht streng durchgeführt, indem nitor auch von einem Metall, dem Silber nämlich, das aber auch im Gegen- satz zu den übrigen Metallen weiss ist, gebraucht wird. Dass aber der Gebrauch der beiden Wörter nicht willkürlich ist, beweist die Stelle, wo es von den murrhinischen Gefässen heisst: splendor est is sine viribus nitorgue verius quam splendor XXXVII. 21. Es scheint aus dieser An- gabe hervorzugehen, dass das Material der murrhinischen Gefässe weder vollkommen undurchsichtig und wie ein Spiegel glänzend gewesen ist, in welchem Falle unzweifelhaft splendor gesetzt wäre, noch auch glasartig durchsichtig und also entschieden nitens, sondern nur schwach durchscheinend 2).
1) Die hier erwähnten Calculi splendentes könnten z. B. Kobalterzstückchen sein, bei deren Zusatz die kobalthaltigen blauen Gläser der Alten entstehen konnten.
2) Diese Stelle übersetzt Graf v. Veltheim(Sammlung einiger Aufsätze historischen, antiquarischen, minera- logischen und ähnlichen Inhalts I. Th. 1800 S. 202):„Das Material der murrhinischen Gefässe nahm keinen blendenden Glanz an, sondern nur einen Fettglanz und eine matte Blänke.“ Er übersetzt so, weil es ihm so als Stütze für seine Behauptung passt, wonach das Material der vasa murrhina Speckstein gewesen sein soll. Wenn aber auch wohl splendor der blendende Glanz eines undurchsichtigen, metallischen, spiegelnden Körpers ist, so bedeutet doch nitor, wie aus allen übrigen Stellen, in denen es vorkommt, hervorgeht, nicht Fettglanz, auch nicht


