Aufsatz 
Hugo I. der Heilige, Abt von Cluny : 1. Teil
Entstehung
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alle Cluny unterworfenen Klöster namentlich aufgezühlt werden,»dass sich niemand erkühne, in denjenigen Klöstern, die jetat ohne eigenen Abt sind, in Zukunft einen Abt einzusetzen.« ¹) Nicht minder begünstigte man in Rom die Einführung der Regel von Cluny. So schreibt Paschalis an den Abt Heinrich von St. Vaast in Arras, er habe es mit Freude vernommen, dass der Abt Brüder aus der Congregation von Cluny aufgenommen, um durch sie die Sitten seines Klosters zu bessern. ²)

Wie sehr geistliche und weltliche Fürsten die Reform begünstigten, haben wir bereits gesehen; auch das Volk verhielt sich den reformirten Mönchen gegenüber im allgemeinen ent- gegenkommend, schon darum, wie Lambert von Hersfeld sagt,»weil sie etwas neues und un- gewöhnliches zu bieten schienen.« Anders die niedere Weltgeistlichkeit, sie musste natürlich ihre Todtfeinde in Mönchen erblicken, die allenthalben predigten, dass es ein Sacrileg sei, bei verheiratheten Priestern die Messe zu hören;»zudem sind ja die Weltgeistlichen stets neidisch auf die Mönche,« bemerkt Ordericus Vitalis. Als Udalrich im Breisgau ein Kloster gründen will, sind sie es, die das Volk, welches das Unternehmen anfangs begünstigt, aufregen. Und merk- würdig, wo das Volk mit der priesterlichen Gewalt in Streit geräth, kehrt sich seine Efbitterung auch gegen die neuen Mönche. Bei dem Aufstande in Cöln i. J. 1074 gab sich die Absicht kund, die Mönche von St. Pantaleon zu ermorden,»weil sie nach Austreibung der alten Mönche durch den Erzbischof daselbst eine neue und ungewohnte Art der Religionsübung eingeführt hätten.« ³) Die Cölner ahnen eben in diesen Mönchen instinetiv die festeste Stütze der Hierarchie.

Excurs (die Biographen des hl. Hugo betreffend).

Ueber die Frage, in welchem Verhältniss die Biographen des hl. Hugo zu einander stehen, hat sich zuerst Papebroch in der Vorrede zu den Acta s. Hugonis April. III. 633 seq. dahin ausgesprochen, dass Ezelo und Gilo als die ersten, und zwar beide gemeinschaftlich, bald nach dem Tode des Abtes eine Vita' desselben verfasst und dass diese der Sehrift Hildebert's zu Grunde liege. Ueber das Verhältniss Rainald's und Hugo's zu den genannten Biographen erklärt er sich nicht näher.

Neuerdings hat Dr. Richard Lehmann diese Frage wieder aufgenommen und ihr in der erwähnten Abhandlung eine ziemlich weitschweifige Untersuchung gewidmet, deren Resultat im wesentlichen folgendes ist:

1. Von den erhaltenen Biographien ist die Rainald's die älteste; sie ist vor der Canonisation Hugo's geschrieben.

2. Ihn hat Hildebert vorzugsweise als seine Quelle benutzt, und aus diesem wiederum

¹) Jaffé 4373. ²) Jaffé 4634. ³) Lambert ad 1074. Musterschule 1879. 6