Aufsatz 
Hugo I. der Heilige, Abt von Cluny : 1. Teil
Entstehung
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gelebt zu haben, wie man daraus schliessen kann, dass der Abt Berengar von St. Lorenz vor- her Mönch in diesem Kloster war. ¹)

Schon früher hatte das reformirte Mönchthum diesseits des Rheius Eingang gefunden, Anno von Cöln hatte es in Italien in der Stiftung Wilhelms von Dijon, zu Fruttuaria, kennen gelernt und Gefallen daran gefunden. ²) Drei neue Klöster gründete er für diese wälschen Mönche in seiner Diöcese, Siegburg, Grafschaft und Saalfeld, und St. Pantaleon zu Cöln mussten die alten Mönche zu Gunsten dieser neuen räumen. Sein Beispiel fand unter den deutschen Fürsten und Bischöfen Nachahmer, indem viele Mönchen aus Gorze, Cluny oder Siegburg ihre Klöster übertrugen.»Nur wenige Klöster,« sagt Lambert von Hersfeld,»gibt es noch, welche nicht das Joch dieser neuen Lebensweise auf sich genommen baben.« Allerdings mit grossem Widerstreben. »Wie Blätter, die der Wind vor sich herfegt,« zerstoben die alten Mönche zu 30, 40 und 50 bei der Ankunft der neuen, indem sie es für besser hielten,»um das Heil ihrer Seelen in der Welt Gefahr zu laufen, als über das Maass ihrer Kräfte dem Himmel Gewalt anzuthun,« und die nicht freiwillig wichen, wurden mit Schimpf und Schande fortgejagt. Wie dann später diese Reform durch Wilhelm von Hirschau, der sich nicht allein die Regel, sondern auch die Organisation der Congregation von Cluny zum Vorbilde nahm, einen neuen Aufschwung erhielt, darauf einzugehen kann ich mir versagen, da es genügend dargestellt ist. ³) Selbst bis nach Ungarn sehen wir diese Bewegung sich ausdehnen. Im J. 1091 zog König Ladislaus Mönche von St. Gilles in sein Land und gründete für sie das Kloster des hl. Aegidius zu Sümegh.)

Und wo diese Mönche einziehen, treten sie als die Bannerträger des Papstthums auf. Als Udalrich von Cluny mit der Verwaltung des Priorats Peterlingen betraut wurde, begann er sofort eine eifrige politische Thätigkeit zu entfalten und suchte sogar den Bischof Burkhard von Lausanne von der Sache des Kaisers abzuziehen. Aber dieser,»ein wilder und kriegerischer Mann, der sogar eine angetraute Frau hatte,«) war für die Vorstellungen des Priors nicht zu- gänglich, und Abt Hugo musste ihn des Friedens wegen von Peterlingen abrufen. ²) Als die eifrigsten Gegner Heinrichs IV und des Bischofs Otbert von Lüttich treffen wir die Aebte Dietrich II von St. Hubert und Berengar von St. Lorenz. Beide wurden darum vom Bischof vertrieben. 7) Hinreichend bekannt ist die Rolle, welche Wilhelm von Hirschau im Interesse der päpstlichen Sache spielte.

Deshalb ist es natürlich, dass die Päpste, überdies in diesem Zeitraume meist selbst aus dem Mönchthum hervorgegangen, diese Entwickelung aufs eifrigste zu fördern suchten. Gregor VII und Urban II begünstigten auf alle Weise die Bestrebungen des Abtes von Cluny, eine festere Concentration des Mönchswesens herbeizuführen, indem sie seine Anordnungen durch wiederholte Bullen bestätigten und ihm selbst Klöster zuwiesen. Paschal verfügte in einer Bulle, in der

²) Vgl. das Schreiben Dietrichs II von St. Hubert an Urban II bei Migne CLI, 555. ²) Es ist mir nicht unbekannt, dass pereits vor Anno Meinwerk von Paderborn Mönche aus Cluny in Abdinghof eingesetzt haben soll(Vita Meinw. ep. M. G. 8S. XI, 118). Aber sollte die abenteuerliche Pilgerfahrt Heinrichs II und Meinwerks nach CGluny nicht eine Legende sein? Sollte die Einführung der Mönche von Cluny nicht der Eitelkeit ihre Entstehung verdanken? Sollte man nicht in einer Zeit, wo die Regel von Cluny so hoch stand, sich die Priorität der Einführung haben vindiciren wollen? ³) Paul Giseke, Ausbreitung der Hirschauer Regel durch die Klöster Deutschlands. Programm des Stadtgymnasiums zu Halle a. S. 1877.) Urkunde bei Ménard Histoire de la ville de Nismes. Paris 1750, tome I Preuves 24.) Cartulaire du chapitre de Notre-dame de Lausanne in Mémoires et documents de la Suisse Romande VI, 40.»Vir ferus et bellicosus et legitimam habuit uxorem.« ⁴⁶) Vita Udalr. M. G. SS. XII, 260.) Vgl. das bereits oben angeführte Schreiben Dietrichs an Urban II und dieses Papstes Trostbrief an Berengar. Jaffé 4145.