Aufsatz 
Hugo I. der Heilige, Abt von Cluny : 1. Teil
Entstehung
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³⁸.

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gesträubt hatten, mit diesem gewaltthätigen Geschlechte in Verbindung zu treten. Abt Maiolus hatte das Gesuch des Herzogs Richard, die Abtei Fécamp zu übernehmen, abgeschlagen. ¹) Wilhelm der Eroberer bewarb sich mit reichen Geschenken um die Gunst des mächtigen Klosters und liess sich in die Bruderschaft desselben aufnehmen. Stehend und entblössten Hauptes empfing er, der sonst»einen unbeugsamen Nacken« hatte, zur Verwunderung seiner Grossen die Nachricht von dieser Gunst. Als nach der Eroberung Englands die Kirche dieses Landes eine vollständige Umgestaltung erleiden sollte, wandte sich der König an den Abt von Cluny mit dem Ansuchen, ihm zu jenem Zwecke sechs seiner Mönche zu überlassen, für jeden derselben wolle er jährlich an das Kloster 100 Pfund Silber zahlen. Hugo wies indess dies Anerbieten mit Entrüstung zurück.»Eure Bitte, Herr König,« lautete seine Antwort,»kommt aus guter Absicht, indem ihr das euch von Gott anvertraute Volk auf den Weg des Heils führen wollet. So sehr daher euer Anliegen der Würde eurer Hoheit gemäss ist, so wenig ist es doch mit meinem eigenen Heil verträglich, Seelen, deren Hut ich auf die Gefahr meiner Seligkeit und Lebens übernommen habe, aus Sucht nach irdischem Gewinne zu verkaufen oder ins Verderben zu senden, da ich Rechenschaft geben muss für jede einzige bei Gott, vor dem weder Gold noch Silber, noch eine nichtige Entschuldigung gilt. Wie dürfte ich also für ein Geschenk thun, was ich um alle Schätze in der Welt nicht thun würde, müsste ich doch für eine von ihnen, die verloren ginge, dereinst verdammt werden. Denn was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Daher, theuerster Herr, ersuchet mich nicht um etwas das ich nur zu meinem eigenen Verderben thun könnte; denn um keinen Preis mag ich meine Seele verkaufen, und das würde ich thun, wenn ich nur einen von den mir anvertrauten Brüdern hinschickte, wo ich ihn verlöre. Ausserdem würde ich viel lieber Geld geben, wenn ich mir damit Mönche verschaffen könnte, und ich bedarf ihrer gar sehr in den verschiedenen Orten, die ich zu leiten habe, als für ihren Verkauf welches nehmen. Welches unserer Capitel sollten sie zudem in Gegenden fürchten, wo sie kein Kloster von uns sähen, zu dessen Hafen sie sich flüchten oder wo sie einen Anhalt finden könnten? Verlangt daher etwas anderes und seid nicht ungehalten, dass euer Freund aus Rücksicht auf sein Seelenheil eure Bitte abschlagen musste. ²) Trotz dieser ablehnenden Haltung fassten doch noch zu den Zeiten des Eroberers die Clunia- censer in England Fuss. Im Jahre 1076 kam der Graf Wilhelm von Surrey, auf einer Pilger- fahrt nach Rom begriffen, nach Cluny und bot dem Kloster die Kirche des hl. Pancratius zu Lewes zu einer Niederlassung an. Nach einigem Bedenken ging der Abt auf dies Anerbieten ein und entsandte i. J. 1077 den Prior Lanzo nach England.³) Dieser ersten Colonie folgten bald mehrere, und die Besitzungen Cluny's wuchsen bald zu einer stattlichen Zahl heran, 2 Ab- teien und 28 Priorate zählte der Katalog auf.

Spärlicher waren die unmittelbaren Besitzungen und Gründungen Cluny's in den zum deutschen Reichsgebiet gehörigen Ländern. In der Lombardei zählte man deren etwa fünfzehn, unter denen die Abtei des hl. Benedict zu Padolirone und das Priorat St. Jacob zu Pontido in der Diöcese Mailand die bedeutendsten waren, beides Erwerbungen) des Abtes Hugo. Dicht- gedrängt dagegen lagen sie in Burgund, so dass man von der Saone bis zu den Alpenpässen an jedem Abend in einem Priorat Cluny's übernachten konnte.) Die meisten derselben waren allerdings schon vor Hugo's Zeiten erworben, wie Romanmotier i. J. 928,) Peterlingen(Payerne) 946,*) St. Victor in Genf 1025,) Nantua in der Diöcese Lyon,) Vaux-sous-Poligny in der Diöcese

¹) Mabillon Annal. IV, 152. ²) Bibl. Clun. 453 seq. ³) Dudsworth Monasticon Anglicanum I, 615 seq *) Jaffé 3982. Mabillon, Annal. V, 102. ³⁵) Hist. Comp. I, 17 1. c. 47.) Cartul. Rom. mon. I. c. 420. ¹) Schöpflin Alsat. dipl. I, 119. ³) Gall. christ. XVI instr. 144. ³⁹) Gall. christ. IV instr. 5.