Aufsatz 
Hugo I. der Heilige, Abt von Cluny : 1. Teil
Entstehung
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Taufe seines Sohnes einladend, übergibt ihm Coincy in der Diöcese Soissons, ¹) Graf Simon von Valois St. Arnoul de Crépy, ²) Guido von Mont-Lhéry St. Marie de Longpont, ³) König Philipp St. Martin-des-Champs,) Graf Guido von Ponthieu St. Peter zu Abbeville,*) Erz- bischof Manasse II von Reims St. Saulve bei Valenciennes.) Die berühmteste Gründung der Cluniacenser wurde indess La Charité an der Loire, aus kleinen Anfängen zum bedeutendsten Priorat Cluny's heranwachsend. Da die Gründungsgeschichte dieses Klosters recht lebhaft den eigenthümlichen Geist jener Zeiten darstellt, so lasse ich sie hier ausführlicher folgen.)

Im Bisthum Auxerre, im Gau La Marche, lebte ein frommer Ritter, namens Bernhard de Cahillant, der wünschte eine auf seinem Territorium liegende, seit langer Zeit verfallene Kirche der hl. Maria wiederherzustellen und wandte sich zu diesem Zwecke an einen Domherrn zu Nevers. Dieser hatte einen Jugendfreund, namens Gerard, der Mönch zu Cluny war; ihn empfahl er dem Ritter. Gerard erschien mit mehreren Mönchen von Cluny, und in kurzer Zeit war die Kirche und dabei ein kleines Kloster erbaut. Der Ort lag an einer öffentlichen Strasse, und bald zog der heilige Wandel der Mönche und ihre Mildthätigkeit viele Pilger herbei; das Land- volk der Umgegend forderte sich gegenseitig mit den Worten:»Lasst uns zur Liebe der Heiligen gehen!« zum Besuche des Klosters auf. Davon erhielt dasselbe den Namen La Charité, die Liebe. Die zahlreichen Pilger zogen Kaufleute nach sich, und bald entwickelte sich um die neue Gründung ein blühender Verkehr. Das erregte den Neid Rainalds von La Marche, der den Verfall seines eigenen Marktes befürchtete; er fiel über die La Charité besuchenden Kaufleute her, nahm ihnen Waaren und Geld und suchte sie durch Leibesstrafen von dem Besuch des Klosters abzuschrecken. Da nahm sich Bernhard seiner Gründung an, es kam zwischen ihm und Rainald zu einer Fehde, letzterer gerieth in die Gefangenschaft seines Gegners und musste ge- loben, den Markt des Klosters ferner nicht zu stören. Und nun blühte dasselbe herrlich auf. »Wie nach dem Winter«, drückt sich poetisch unser Bericht aus,»wenn die Eisdecke der Erde schmilzt, unter dem Hauch des Frühlings und den milden Strahlen der Sonne die Gräser spriessen, die Bäume sich in das Grün der Blätter kleiden, die Rose knospet und der Weinstock Augen treibt, die Obstbäume keimen und Frucht ansetzen: so gedieh unter dem Schutze des Friedens und der Gnade Gottes unsere Kirche an Liebe und guten Werken.« Aber der Friede dauerte nicht lange, Bernhard starb, und nun hielt sich Rainald nicht mehr an seinen Vertrag gebunden und wüthete ärger als je zuvor gegen das Kloster, oft drang er bis in das Innere desselben und zog die Kaufleute heraus. Der Kirchenbann erwies sich als fruchtlos. Da kam eines Tages der Bischof Gottfried von Auxerre in das Kloster und schenkte den Mönchen das Haupt und den Arm des hl. Jovinian,»das Haupt gegen das Haupt Rainalds und den Arm gegen den Arm desselben.« So oft er nun gegen das Kloster anstürmte, zogen ihm die Mönche in Procession mit den Reliquien des Heiligen entgegen; aber Rainald setzte der Wunderkraft desselben einen hartnäckigen Unglauben entgegen. Da trug es sich einst zu, dass er in einem Kampfe eine tödtliche Kopfwunde empfing, sterbend liess er sich nach Charité tragen und wurde daselbst bestattet. Indess sein Sohn und Erbe Rainald II setzte das Treiben des Vaters fort, bis auch ihn das Schicksal ereilte. Zu einer Verwundung am Arm, die er im Kampfe erhalten, schlug der Brand, aus»Furcht vor dem Tode« wird er in Charité Mönch, und nachdem er das Kloster mit reichen Geschenken bedacht, gab er nach drei Tagen seinen Geist auf. So hatte der Heilige

*) d'Achery III, 408, Gall. christ. X indtr. 107. ²) Gall. christ. X instr. 207. ³²) Gall. christ. VII, 55. ) Bibl. Clun. 527.) Gall. christ. X, instr. 292 u. 296. ²) Bibl. Clun. 535.*) Der Bericht im Rec. des hist. XIV, 41 seq. ist von einem Anonymus, der dem Anfang des 12. Jahrhunderts anzugehören scheint.