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Bedeutung annehmen wie bei ore„und so wisset, daher wisset!“ Doch neige ich mich mehr der Ansicht Abichts zu, der darüber sagt:„das causale εςα(= weil) wird im Deutschen oft besser einen neuen Satz anfangend mit„denn“ übersetzt. Auch énet wird so gebraucht, vgl. auch iore(= daher).“ Es ist also zu übersetzen:„denn wisset!“
Das consecutive ore
ist bei unserem Schriftsteller sehr häufig und übertrifft an Zahl der Beispiele bei weitem das seither besprochene consecutive ς, von dem es sich durch den Zusatz der enklitischen Par- tikel rs unterscheidet. Diese hat den Zweck, auf das Kommende hinzuweisen und die demon- strative Bedeutung von ς zu verstärken;“ doch findet sich kein wesentlicher thatsächlicher Unterschied zwischen den Gebrauchsweisen des consecutiven und dore.
Die gleichartige Anwendung dieser beiden Partikeln hat sich übrigens nur für den consecutiven Gebrauch weiter entwickelt, nicht aber für die finale oder temporale Bedeutung des so vielseitigen ³ς oder für die Fälle, wo dieses nach einem Verbum dicendi oder sentiendi vorkommt; denn hier kann dore nicht stehen.
Sowohl der Infinitiv als auch die Modi finiti nach ore sind bei Herodot durch eine stattliche Anzahl von Beispielen vertreten. Wenn wir fragen, welche von beiden Gebrauchs- weisen die ältere und ursprünglichere ist, so lautet die Antwort unzweifelhaft: Der Infinitiv. ² Denn bei Homer, wo die comparative Bedeutung von dore noch entschieden überwiegt, findet sich der Infinitiv nach dieser Partikel in zwei Fällen in consecutivem Sinne, II. IX 42 und Od. XVII 21, ein Modus finitus gar nicht. Von den Tragikern gebraucht Aschylus aus- schliesslich, Sophokles und Euripides überwiegend den Infinitiv. Es lässt sich hieraus der Schluss ziehen, dass der mit dore„und so“,„so zwar“ eingeleitete Folgesatz ursprünglich als eine untergeordnete, ohne den Hauptsatz nicht selbständig zu denkende Ergänzung aufgefasst wurde. Erst später in der weiteren Entwicklung und Ausbildung der Sprache emancipierte sich der Folgesatz vom Hauptsatze und trat mit einer gewissen Selbständigkeit und Gleich- berechtigung neben diesen. Ausseres Zeichen dafür ist das im Consecutivsatz auftretende Verbum finitum. In der deutschen Sprache lässt sich der Unterschied etwa so markieren, dass man im ersteren Falle die unterordnende Conjunction„sodass“ anwendet, im zweiten Falle das beiordnende„daher;“ doch will ich nicht behaupten, dass diese Wiedergabe in jedem ein- zelnen Falle zutreffend wäre.— dore in seiner zweiten Gebrauchsweise kann passend mit dem lateinischen itaque zusammengestellt werden, das eigentlich„und so“ bedeutet(itäque, itaque) und in seiner etymologischen Bildung und Zusammensetzung genau dem griechischen dore entspricht.
Da man beim Infinitiv weder den Modus noch auch alle Zeiten des Verbums genau unterscheiden kann, so wurden später, als der sprachliche Ausdruck sich schärfer feststellte, die Modi finiti bei ore unentbehrlich.
Es ist jedenfalls wichtig, festzustellen, in welchen Fällen unser Schriftsteller an der ursprünglichen Verbindung von Gore mit dem Infiitiv festhält, in welchen nicht. Walther und namentlich Wehmann haben in dieser Beziehung eine Reihe beachtenswerter Gesichtspunkte aufgestellt.
Betrachten wir zunächst die Beispiele, um dann aus ihnen die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.
chore mit dem Infinitiv
in consecutiver Bedeutung hat Herodot 75 mal:
1 9. 17, 74, 82, 98, 107, 116, 189, 212; II 12, 71, 79. 120, 126, 141, 158, 172; III 14(zwei- mal), 15, 23, 48, 67, 71, 105; IV 46, 50, 136, 145, 160, 198, V. 30, 65, 92 a. 105; VI 5, 18, 109, 126; VII 6, 95, 13, 20, 117, 130, 175; VIII 15, 19, 22, 27, 52, 57(zweimal), 84, 88, 90, 92, 96, 106(zweimal), 113, 132, 138, 141, 144; IX 13, 37, 38, 60, 61(zweimal), 70, 73, 94, 100.
Als Beispiele diene I 17: r’e vdo dHαedoo-c oi MIAA7ſοοι εένεκαραeεοων, rs&nες•ρμς ⁵μ⁷ ⁸va yoy(Erfolg) ri roοαri⁵.
Auf die Folge wird durch ein vorausgeschicktes Demonstrativum ourw, roooꝰrog 0. dgl.
1 Walther p. 19. ² Wehmann p. 1 ff.


