Tya mit dem Conjunctiv drückt in einer durch nichts Nebensächliches beeinflussten und viel bestimmteren Weise die Absicht aus als dνς, öncwc und ö% α, die von dem relativ- modalen, resp. temporalen Gebrauch ausgegangen und erst allmählich zum Ausdruck der Absicht ge- langt sind. Da bei lva genau das Werkzeug oder Hilfsmittel angegeben ist, wodurch die Verwirklichung der Absicht erfolgen soll, so ist die potentiale, unbestimmte Partikel y in einem solchen Satze eigentlich überflüssig. 1
Bei Homer, wo die Sprache noch reicher entwickelt ist und sich gewissermassen öfter den Luxus des Uberflusses gestattet, findet sich ein Versuch, auch Tva mit s(homerisch= A) zu verbinden, Od. XII 156:
2 406 20“„ 8„οdν, Tva iddε 1 n 9⁴ννυνεινν 7 vey εναιϊ̈νοι ddeναoν να νρ ννοιιιενν.
Doch abgesehen davon, dass die Lesart* εᷣ᷑ dyαe zweifelhaft ist und manche Heraus- geber durch 6(Statt* ε) das e zu beseitigen gesucht haben, ist dieser Versuch einer Ver- bindung von lva mit ze jedenfalls vereinzelt geblieben und nicht weiter ausgebildet worden; bei Herodot findet sich, wie gesagt, nichts derartiges.
Zu b: Die Partikeln und öννπαπ, namentlich die letztere, stehen, wie wir gesehen haben, häufig im sogen. unvollständigen Absichtssatze nach Verben des Sorgens, sich Be- mühens u. s. w. mit dem Futurum verbunden, was ganz natürlich ist; denn die betreffende Person bemüht sich darum, wie sie wohl die Absicht ausführen wird. Anders ist es bei Tua, das viel bestimmter das Mittel oder Werkzeug zur Ausführung der Absicht bezeichnet und deshalb mit dem Conjunctiv verbunden wird, der seinerseits die Absicht ausdrückt. Es leuchtet ein, dass diese bestimmtere Ausdrucksweise sich nicht nach den gewissermassen eine un- bestimmte Vorbereitung bezeichnenden Verben„sorgen, sich bemühen“, sondern nach den Verben des Ausführens und Handelns selbst finden wird. So erklärt es sich, dass T“æ so gut wie aus- schliesslich dem vollständigen Finalsatze angehört und fast niemals in den unvollständigen Finalsatz eindringt. ²
Bei Homer ist, wie oben gesagt, das temporal-finale 6ροα die häufigste Finalconjunction; es findet sich in 237 Beispielen, 7v« in 145, die relativ-modalen ᷣς und öuccç in 63, resp. 9, und das ähnlich wie νραα temporale sw in 5 Fällen. Bei Herodot hat sich dieses Bild schon wesentlich verschoben: Der temporale Finalsatz mit 6ροα und gœ ist verschwunden, die eigent- liche(instrumentale) Finalconjunction va ist mit 107 Beispielen zur herrschenden geworden, während dς, so umfassend wie möglich gerechnet, in 33, özco« in 61 Fällen vorkommt.
Bei? lvo findet sich die erste Wiederholung der Pinalconjunction in einem zweigliedrigen Satze mit 2α... Nxal, III 134: en. aεοκeσεοσ 9s roο ρεᷣοε raua noεeεεν, ui Tya †ενν Hiσu nlorovras T„d9, Svαι τdν τπςοοεστεντα nul Ivaα roε⁴‿ωνπe 0ε 6u7ds O,ολα dyovrsg niou- Aerοαοο⁵ τον.
Die Verbindung von Tva mit der Negation ist sehr häufig(über 40 Beispiele), während das parataktische einfache 2 höchstens 16 mal vorkommt.“ Bedenkt man nun, dass auch Gig 1ui, dg dy 10, ö⁶αι ειmj, 60G d*) sich im ganzen, d. h. im vollständigen und unvollständigen Finalsatze mindestens 20 mal finden, so erkennt man, dass bei Herodot im negierten Absichts- satze schon ein bedeutendes ÜUberwiegen der Hypotaxe(Tvar 1ꝛ), d*νj, öncg 2) über die Para- taxe(einfaches 1ν1) stattfindet.
Wie wir oben angedeutet haben, wird bei wa nicht, wie bei ς und öcs im unvoll- ständigen Finalsatze das Futurum gefunden, sondern der Conjunctiv, der als Modus des Wollens am geeignetsten erscheint für die durch zwa eingeleiteten Sätze der eigentlichen Absicht.
Bekanntlich steht nach Ta aber auch häufig der Optativ. Dieser Modus bezeichnet die Handlung als eine rein gedachte, vorgestellte, die der Wirklichkeit ferner liegt, als es beim Conjunctiv der Fall ist. Daher erklärt es sich wohl, dass der Optativ nach lua fast ausschliesslich in solchen Absichtssätzen gebraucht wird, die von einem Tempus der Ver- gangenheit abhängen, weil eben durch die nicht mehr wirkliche Vergangenheit die Handlung von der Wirklichkeit, d. h. der Gegenwart weggerückt ist. Doch kann der Schriftsteller im
i Weber p. 39, 40, 41. 2 Weber p. 61. 3 Weber p. 37. 4 p. 2. 2*½


