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ouu, ursprünglich relatives Adverbium vom Stamme öuo mit modaler Bedeutung, wird nicht mehr in demonstrativem Sinne gebraucht wie ες, von dem es sich durch das indefinite Bildungselement o(attisch) unterscheidet. Wir werden bei der Betrachtung dieser Partikel vielfach von ihrer interrogativen Bedeutung ausgehen müssen.
Die Etymologie von †va ist dunkel und schwierig. Manche Erklärer fassen es lokal auf„da“,„wo“, andere instrumental,„damit, dadurch, womit, wodurch.“ Der letzterwähnten Ansicht möchte ich mich anschliessen. Weber nennt in seiner vortrefflichen Abhandlung, der ich sehr vieles verdanke, ⁵ und öncg modale, öno und ko temporale Finalconjunctionen. 1
Von diesen Partikeln finden sich lραοαα, das bei Homer vorherrscht, und œσ in finalem Sinne nicht mehr bei Herodot. Die modalen Partikeln ᷣςσ und ãnax(herodoteisch ö„οα, die bei den älteren Schriftstellern meist viel häufiger vorkamen als 7ua, sind von Herodot weit seltener in finalem Sinne verwendet, während Seen bei unserem Schriftsteller die herrschende Finalconjunction geworden ist.
Wir gehen bei der Betrachtung der subordinierten Finalsätze von ς aus, das bei seiner demonstrativen, resp. relativen Bedeutung am geeignetsten war, den Ausdruck einer Absicht an das Vorhergehende anzuknüpfen, sodass wir es wohl als die älteste und ursprünglichste der genannten Finalconjunctionen anzusehen haben.
Das finale s bei Herodot.
Um zu zeigen, wie das demonstrative, resp. relative Adverbium der Art und Weise ς in die finale Bedeutung übergehen kann, wollen wir uns fast desselben Beispiels bedienen, das Weber? anführt: 71oννιαο,mιεμκνν, ᷣσ νάỹp̃euen: wir gehen spazieren, so(auf diese Weise) wollen wir gesund bleiben, d. h. wir gehen spazieren, damit wir gesund bleiben. Die beiden Sätze sind ursprünglich parataktisch aneinander gereiht. Aber„die Zusammenrückung der beiden Sätze und die feststehende Stellung des ᷣ am Beginn des Willenssatzes liess leicht das Ge- fühl aufkommen, als verbinde die beiden Sätze. Mit andern Worten: ³ wurde als Kon- junction gefühlt“. ³
Die Absicht oder das Streben nach Verwirklichung(des Gesundbleibens) ist durch den Conjunctiv im zweiten Satze ausgedrückt; der erste Satz enthält die Handlung(das Spazieren- gehen), wodurch man das Ziel zu erreichen gedenkt.— Etwas anders gestaltet sich die Sache, wenn im ersten Satze nicht die Handlung selbst ausgedrückt ist, durch welche man das iel zu erreichen hofft, sondern nur die Fürsorge, Überlegung 90. ä., qurch welche Mittel man wohl das Ziel erreichen wird.„Uberleget euch, sorget, wie ihr gesund werden werdet.“ oovritere, de vptxverre. Die Absicht ist in diesem Falle etwas zurückgedrängt oder vielmehr nur im ersten Satzteile bezeichnet, sodass für den zweiten Teil nur noch übrig bleibt, die künftige Verwirklichung durch das Futurum auszudrücken. Solche Sätze nennt Weber, wie wir schon oben bemerkten, unvollständige Absichtssätze,„da das, was die Erreichung der Absicht her- beiführen soll, noch nicht bestimmt ist.“ Es ist vielmehr nur unbestimmt durch ein Verbum des Sorgens oder Uberlegens angegeben. Dieser Gebrauch, für den özoc die gewöhnliche Con- junction geworden ist, findet sich bei Herodot mit nur vereinzelt.— Die sehr häufige An- wendung von eßl mit dem Participium, namentlich Futuri, pleibe hier unbesprochen, da nur von conjunctionalen wirklichen Nebensätzen die Rede sein soll, in denen ein Verbum finitum vorkommt.
dc nach Verben des Sorgens mit dem Indicativus Futuri.
Hierher gehören 3 Beispiele, III 84: egoulevovro, 08 Saadsa Oiνα αια rijoovra III. 159: ½ 0' oua pvvafuae Oi Baudddvior, Tva pt ygren vnoyivrat, rãde Aaosioc n00d⁵e enoiyxe. Hier schliesst sich an den unvollständigen Finalsatz mit 5 und dem Ind. Futuri ein vollständiger Finalsatz mit Tva und dem Conjunctiv an. VII, 161: Gœα*ε... 6 8 GrOœr*νεις æurijg, Vixsat.
e mit dem Ind. Futuri begegnet uns ausserdem in einem Beispiel nach einem Verbum nicht des Sorgens, sondern des Überredens, also im vollständigen Finalsatze, wo das Mittel zur
4 Weber p. 11, 18, 21. ² Weber p. 12. 3 Weber p. 11.


