Aufsatz 
Syntaktische Bemerkungen zu Herodot / Nehmeyer
Entstehung
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I. Finalsätze.

Zum Ausdruck der Absicht ist ein durch eine subordinierende Conjunction eingeleiteter Finalsatz nicht unbedingt erforderlich; oft, namentlich nach einem Imperativ, genügt hierfür der Conjunctiv. Beispiele dieser Art aus den Homerischen Gedichten hat Heiligenstädt im ersten Teile seiner Abhandlung zusammengestellt, wovon wir eins als typisch anführen: Il. VI 340: d*' dye vöy eniddstrov, Ao*in rsureæ.!

Der Conjunctiv drückt das Streben nach Verwirklichung der Handlung aus:Warte, ich will die Rüstung anziehen. Wir würden wohl dafür sagen:Warte, damit ich die Rüstung anziehen kann. Spuren dieser einfachen Anreihung finden sich bei Herodot noch in Beispielen wie I 11: Qoε αννσαα, I 14: G⁵†σς ⁴ς o ο|οσν, I 97, II 105 u. ä. ²

Später erschien diese Art der Verbindung nicht ausreichend, um das Verhältnis der Handlungen zu einander genau auszudrücken, und man wandte zu diesem Zweck subordinierende Conjunctionen an. Auf diesem Standpunkte der Hypotaxe steht Herodot in affirmativen Ab- sichtssätzen, abgesehen von den oben angeführten Beispielen, schon durchweg; nur finden wir, dass von den Conjunctionen Homers: 6 ρ οα, Tva, d, önος, zwei, 6 aᷣ und œ, bei Herodot in dieser Gebrauchsweise verschwunden sind.

Im negativen Absichtssatze dagegen wendet unser Schriftsteller nicht immer das subordinierende Tva, digſ/ u. s. w. an. In den meisten Fällen thut er dies zwar schon, in anderen Fällen jedoch ist er auf dem Standpunkte der Parataxe stehen geblieben, indem er einfach diePartikel der Abwehr a⁵t ohne eine eigentliche Conjunction zum Ausdruck der negativen Absicht verwendet. Wir wollen im Anschlusse an Weber diese sprachliche Erscheinungdas parataktische us nennen; der Natur der Sache nach kommt dies auch in den den Finalsätzen nahe stehenden Befürchtungssätzen häufig vor.

Der parataktische negative Finalsatz mit

findet sich bei Herodot nicht sehr häufig. Als Beispiel führen wir an I 34: àxdvri zal dovodriao α τα οαανm dντα..& rodg dα⁴mμ⁵οα οσeννοε,*] rt oiε‿ ναἀειενοω τmQzTνα εuυm⁵⁶έσmφ. Die andern Stellen sind I 41, IV 78, V 3, 106, VI 12, VII 103, 107, VIII 6, 128, 130, IX 45, VII 102

Hier geht jedesmal ein Satz voraus, an den sich die Abwehr des anderen Gedankens anlehnt, wie in dem oben angeführten Beispiele I 34:Er(Crösus) liess alle Speere in den Kammern aufhäufen; es soll keiner dahängen und auf seinen Sohn fallen, d. h. er liess sie dort aufhäufen, damit keiner auf seinen Sohn falle. Unter diese 13 Beispiele haben wir 3 eingerechnet, in denen die formelhaften Imperative 59 und&sgere vorausgehen, V 106: b9 6%&& vorsνα εαραυντσνν εν airiν* e, VII 103: ö9*ν νεμοο 5 löyoc od roc d iονμέν οο (Stein), und VI 12:&soere, roν οιmο μw,1TM619 Q0⁶ οω αάετο.

Was den Modus des mit uuj eingeleiteten Satzes im Verhältnis zum Tempus des regierenden Satzes betrifft, so finden wir unter diesen Beispielen 5, wo nach einem Haupttempus der Con- junctiv steht: I 41, V 3(hier ist nach νχάχάᷣον ori zu ergänzen), 106, VI 12, IX 45.

Angeführt sei I 41: ulaua nαddꝓ roĩν εμρμ Qπρυbc»ενε̈οσσαν, ν rννε α‿αmνες ανονςσ 2n⁴ ϑαπ1j⁄σ αe˙*αοσι ⁴υeαeεν.

In zwei Fällen steht nach einem Nebentempus der Conjunctiv I 34(siehe oben) und VIII 130, in drei Fällen nach einem Nebentempus der Optativ, IV 78: rdo ds nudas 2νασοoν, ur ric uαν ‿αννιεέν ⁴ο νοvra raντν ννν οστοτ+᷑aausserdem VII 107 und VIII 128.

In einem Falle bietet die UÜberlieferung merkwürdiger Weise nach einem Haupttempus (59) den Optativ VII 103: 5 α⁴‿e τνν νιι σ 1Gyσ 05 r0 6&lεμεοο εi. Stein hat in seiner Ausgabe, das auch Heiligenstädt dem Optativ vorzieht.

VIII 6: Ex aεν ν r⁷c vrlnc n900Qte ou 2d⁴&ρρᷣνr ε1ςονu△ε, e slvexx,/ 10vrsg 00

1 Heiligenstädt I

Heiligenstädt I

³ Weber p. 32.

4 Weber p. 5. 5 Heiligenstädt I p. 10.

. 6. 6 u. 7.

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