Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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114 Seilergasse.

gruppierten Warenauslagen, die hoffentlich keinem allzustrengen Polizeiverbot zum Opfer fallen werden, wahren der Strasse ihren altertümlichen Charakter, wie ihr auch die Bewohner, die Seiler und Küfer, bis heute treu geblieben sind. Über die Strasse, Seiler- früher Küfergasse, s. Schaab I, 393. Die ursprüngliche Bestimmung der fast durchgehends aus drei Bogen bestehenden Lauben wird, wenigstens so weit sie dem 18. Jahrh. angehören*), dieselbe gewesen sein, wie die heutige. Sie waren Verkaufs- räume(zum Teil zugleich auch Werkstätten), die abends durch Läden geschlossen wurden. Die mittlere, schmälere Laube diente dann als Eingangstüre. Die auf den Pfeilern der Lauben des Hauses Liebfrauenplatz Nr. 1 angebrachten Embleme weisen mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass wir es bei diesen Anlagen mit frühen Beispielen fär eine Laden- und Schaufenster- architektur zu tun haben.

*) Die Lauben aus dem 17. Jahrh.(Nr. 2 und 5) sind stets von gleicher Bogenweite, nur die aus dem 18. Jahrh. zeigen meist den schmälern Mittelbogen.

1. Früher zum Silberberg gehörend. Schaab I, 569 f. Im ersten Stock StuckdeckeJ. Im ovalen Mittelfeld grosses Blumenbündel. Die Umrahmung zeigt die Akanthusvolute mit dem knospenartigen Blatt(vergl. Emmeransstrasse 37) und die Jahreszahl 1708.

2.Zum kleinen Spiegel. Schaab I, 569 f. Renaissance- Laubenarchitektur, drei gleich grosse Bogen, die auf(ursprüng- lich mit Diamantquadern) verzierten Pfeilern ruhen, die Bogen- leibungen mit Eierstab, Zahnschnitt und Perlenschnur. Als Schlusstein der beiden äusseren Bogen dienen groteske Masken, in dem mittleren eine Renaissancekartusche(zirka 1625, vergl. Nr. 5 und Korbgasse 12). Am ersten Stock kleines Mutter- gottesbild mit Christuskind, das auf einem Postament steht, auf der Konsole geflügelter Engelskopf(mittelmässige Arbeit). (18. Jahrh.) Auf der Rückseite(im Hofe des Hauses zum König von England sichtbar) noch Reste von gotischen Zinnen.

3. Einfacher profilierte Lauben; die äusseren Bogen sind breiter, der Mittelbogen, der bei geschlossenem Zustande als Haustüre dient, ist schmäler. Auf den Schlussteinen ANNO 1747. Im ersten Stock eine Stuckdecke(Bandwerkmuster und das Seilerwappen mit den Initialen I. N. B. und M. L. D.).

4.Zum Geiselmohren. Vierstöckige schöne Barock- fassade mit schmalem Mittelrisalit. Im Erdgeschoss Lauben- architektur(Abb. Tfl. III); zwei breitere, äussere Lauben mit Korbbogen, die mittlere mit schmälerem Halbkreisbogen. Auf