Schustergasse— Seilergasse. 113
Torflügels: reiche Schnitzerei im Stil Louis XVI. Vielleicht ursprünglich eine zweiflügelige Türe, die später hier eingesetzt wurde.
35.„Zum Storch.“ Schaab I, 575.(Uber die Judenerbe vergl. Saalfeld, Bilder aus der Vergangenheit der jüd. Gemeinde S. 40 ff.) An der Hausecke stattlicher gotischer Erker †. Das obere Stockwerk desselben ist im„gotischen Stile“ neu auf- gesetzt. Die gotischen Fialen am unteren Stockwerk scheinen dagegen noch älteren Ursprungs zu sein. Das Masswerk in den Fensterbrüstungen des unteren Stockwerks(?) soll aus Stuck sein(Kissel, Heiligenbilder S. 4). Jedenfalls ist der Erker z. T. umgestaltet. Vielleicht gibt von seiner ursprünglichen Gestalt noch ein Bild die Zeichnung von Ohaus bei Kraus, Eckhaus a. d. Albanskirche, S. 102. Die gotische Muttergottes t ist das Original*) für eine Reihe von Zementkopien: Löhrstrasse Nr. 11, Löhrgässchen Nr. 16, Fuststrasse Nr. 1 und in der Steinhalle des Museums. Die gut gearbeitete Figur dürfte etwa dem An- kang des 15. Jahrh. angehören. Auf dem Sockel des Erkers die Inschrift DoMVs CICoNxlæ(= 1707), die wohl mit einem späteren Umbau im Zusammenhang steht.
*) Freundliche Mitteilung des Herrn Prälaten Dr. Fr. Schneider.
37.„Zum gr. Storch.“ Einfache Barockfassade; in den Schlussteinen der Fenster Rosetten. Die Lukarnen des Daches mit reicherer Barockumrahmung. Die Dachkandelröhren an den Hausecken werden von reichem Schmiedeeisenwerk gehalten. An- fang des 18. Jahrh:
— Portal am Quintinskirchhoff. Schneider, Mzr. Journ. 1898 No. 252 u. Separat.(Kirchen.)
42.„Freude.“ Am ersten Stock Madonna mit Christuskind in einer Barocknische; das Ganze in Relief.(Geistlichkeit.)
— Von der Ecke der Stadthausstrasse aus gegen den Dom: das bekannte Strassenbild.(Vgl. die Algraphie von Sutter.)
45.„Arnsburger Hof.“ Schaab I, 446 l[2]J.) Mohren- apotheke. Einfache Barockfassade, an deren Ecke ein einstöckiger, einfacher, aber wirkungsvoller Erker(die Türe darunter ist neu). Auf dem PFries über dem Erkerfenster steht die Jahreszahl 1863.
Seilergasse.
Kultur- und auch kunstgeschichtlich interessante Strasse. Die hier noch zahlreicher erhaltenen Lauben mit ihren malerisch
8


