112 Schustergasse.
Arm hält er den Pilgerstab(die linke Hand hielt vielleicht ein Kruzifix). Auf dem Kragen das Zeichen I. H. S. des Jesuiten- ordens.— Am Sockel ein geflügelter Engelskopf. Schneider, Mzr. Journ. 1901, 27. Juni und 20. Juli. Vielleicht gehört diese Figur mit der am Hause Himmelgasse Nr. 9(s. dort) in eine Gruppe. Auf der Stelle des schief gegenüberliegenden Häuserquadrats an der Schustergasse lag, nach der höheren Töchterschule zu, die 1746 eingeweihte neue Jesuitenkirche.
12.„Rebstock.“— Am ersten Stock: bemalte, gotische Muttergottesstatue †.
18— 20.„Druckhof, Druckhaus, Humbrecht, Heimbrecht, Dreikönigshof, Schöfferhof.“— Schaab, Erfindung der Buch- druckerkunst II, 113 ff. Falk, zur alten Topographie von Mainz. 1899= Mur. Journ. 1899, Nr. 192.
Am Eingange in der Schusterstrasse: einfacher Torbogen, auf dessen Schlusstein in einer Barockkartusche die Initialen J. M. (Joh. Medicus) stehen. S. Schaab, Buchdruckerk. II, 123. Im Hofe links zweistöckiger Renaissancebau mit Fensterarchitektur, Pförtchen und Treppenturm. Das Renaissancepförtchen mit Oberlicht, auf den Gewänden noch ziemlich stark proflliertes, gekreuztes Stabwerk; auf dem Sturze des Oberlichts ein Wappen, gezahnter Balken mit Stern darüber und den Initialen W. C. (Wilh. Carpentarius[Ebersheim]. Schaab, S. 120 f.), rechts und links vom Wappen die Jahreszahl 1584*).— Am Treppen- turm(mit Wendeltreppe) befindet sich ein Pförtchen mit ähn- licher Profilierung wie am Seitenbau und in der Höhe des ersten Stockes ein kleines Standbild des hl. Florian(mittelmässige Arbeit). Im Erdgeschosse des sich an den Turm anschliessen- den Rückgebäudes: Laubenbogen, an deren drei ersten Schluss- steinen die verschlungenen Initialen A. M. und die Jahreszahl 1750 angebracht sind(Michel Aul, vergl. Schaab, S. 123 f.). An dem letzten Laubenbogen(rechts) am Schlusstein in Kartusche: ein Wappen(gespaltener Schild mit halbem Widder), rechts und links vom Wappen die Initialen I. M.(Joh. Medicus) und die Jahreszahl 1684.
*) Im Nekrolog der Kanoniker und Vikare des St. Stephansstifts (mitgeteilt in Wagner-Schneider, Geistl. Stifte II, 530 ff.) kommt vor: S. 537 (unten) R. D. Wilhelm Carpentarii Schol. † 28. April 1584. S. 542. R. D. Wilhelm Ebersheim. Schol. 1622.— In dem Südflügel des Kreuzgangs der Stephanskirche befindet sich auf einem Gewölbeschlusstein, nahe bei der Strohut'schen Kreuzigungsgruppe, dasselbe Wappen(roter, gezackter Balken mit goldenem Stern in blauem Felde). Abweichend von allen andern im Kreuzgange hat dieses Wappen die Renaissanceschildform.
29. An dem nach dem Durchgange unter der höheren Töchterschule führenden Portale zeigen die Mittelstücke des


