70 Liebfrauenplatz.
Pfeilern getragenen Treppe. Im oberen Stock des Treppen- hauses an einer Türe reiche schmiedeeiserne Türbänder. Im Laden rechts von der Torfahrt und in mehreren Zimmern des 1. Stockes reiche Stuckdecken †(ziemlich weit auseinander ge- zogenes Bandwerkmuster mit sehr zarten Akanthusranken, Girlanden, sphynxartigen Meerweibchen, verzeichneten Vögeln u. a.). Diese Decken gehören einer späteren Zeit, zirka 1730— 40 an. Verwandt sind damit die Decken Stadionerhofstrasse 2 (Kleinz'sches Haus), Himmelgasse 2, Brand 9(Alte Krone), vielleicht kommen auch in Betracht die Stuckdekorationen in der Deutsch-Ordenskommende zu Sachsenhausen a. M., wo ein Mainzer Stukkateur Daniel Schenk arbeitete(vergl. Wolf und Jung, Baudenkmäler Frankfurt a. M. I, 194), den wir auch in Pommersfelden vermuten dürfen, vergl. Weigmann, Studien zur Deutschen Kunstgeschichte B. 34, S. 149 u. 193 und Taf. 31. Möglicherweise haben wir es hier mit einem der durch die Bau- tätigkeit des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn nach Mainz gebrachten Stukkateure zu tun. Sichere Behauptungen können erst dann aufgestellt werden, wenn von den auswärtigen Arbeiten der Mainzer Stukkateure photographisches Vergleichs- material vorliegt.— UÜber den Stukkateur Georg Hennike s. Wolf und Jung, Baudenkmäler in Frankfurt II, 161, 193, Weig- mann a. O. Im zweiten Stock einfache Stuckdecken(Rahmen- muster).
UÜber den Zusammenhang des einen Teils des Hauses Nr. 3(Apotheke) mit dem König von England s. u. Markt 37. An seiner Rückseite hat Nr. 3 noch Renaissancefenster, ähnlich denen im„König von England“, zum Teil mit gekreuztem Stabwerk. Um das kleine Höfchen ziehen sich die Konsolen einer Holzgalerie(Fortsetzung derjenigen des„König von England“). In der jetzigen Glaskammer sind noch 3 Konsolen wohl erhalten, die anderen sind bei der Anlage eines Oberlichtes ausgebrochen worden; ebenso sind noch intakt die beiden in der Ecke des Hofes, wo die Galerie im rechten Winkel umbog und an der Rückseite des Hauses herlief; in der anderen Ecke, wo ebenfalls noch die Breitseite einer Konsole sichtbar ist, bog die Galerie wieder rechtwinkelig um und stiess dann in ihrer Verlängerung auf das Haus zum König von England.
— Hauptwache. In dem kleinen Höfchen neben der Hauptwache befindet sich noch der einzige Rest der Liebfrauen- kirche, bestehend aus einigen Gewölberippenansätzen. Dem Grund- risse nach(vergl. Correspondenzbl. des Gesamtvereins 1877, S. 1 ff.), können sie von der Seitenkapelle herrühren, in welcher der jetzt im Dome befindliche Taufstein stand.


