Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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68 Liebfrauenplatz.

Traditionen scheint ausgeschlossen. Bauten, die jenen Rokochs zeitlich auch nur einigermassen nahestehen, sind in Mainz kaum mehr nachzuweisen. In Betracht käme(abgesehen vom Hofe zum König von England) die Altmünsterklosterkirche(1657), jetzt Garnisonskirche, vergl. Schaab II, 266 ff. In der Mauer des an diese Kirche stossenden Gartens befindet sich ein Krag- stein eingemauert, der ursprünglich die Rolle eines Ziehbrunnens trug, er zeigt genau dieselbe Profilierung und dasselbe Ornament, wie die Konsolen an der Holzgalerie im Hofe des Königs von England, Markt 37. Wenn es gelänge, über die Herkunft Rokochs(die Form seines Vornamens Emund könnte vielleicht Anhaltspunkte ergeben) etwas Sicheres zu ermitteln, so wären damit möglicherweise auch Anhaltspunkte zu gewinnen für die Herkunft des Architekten und den Zusammenhang der Archi- tektur dieser Mainzer Bauten mit derjenigen auswärtiger Bau- werke aus der gleichen Zeit.

In seiner ursprünglicheren Form war der römische Kaiser eine dreistöckige Anlage, deren linker(östlicher) Flügel eine grössere Tiefe hatte(s. u.). Die beiden Flügel markieren sich in der Fassade durch ihre seitliche Rustikeinfassung und hauptsäch- lich durch die dreistöckigen Renaissance-Giebel, die je von einer Muschel bekrönt werden. Die Umrahmung der Giebel bilden stark herausgezogene Voluten, S-Kurven und schlanke Pyra- miden. Auffallend ist der Umstand, dass die Felder des rechten (westlichen) Giebels noch senkrecht durch 3 und 2 auf Sockel ruhende Halbsäulen gegliedert sind, was bei dem anderen Giebel nicht der Fall ist; auch liegt die Fassade des linken Flügels mit der des rechten und des Mittelbaues nicht in einer Flucht, sondern tritt etwas zurück, so dass sie mit der Frontlinie des Mittelbaues einen Winkel bildet. In der Mitte des zwischen den beiden Flügeln liegenden Mittelbaues erhebt sich ein dreistöckiger turmartiger Erker, der mit drei Seiten des Achtecks aus der Fassade ausspringt. Seine ursprüngliche acht- eckige Kuppel wird von einer von schlanken Säulchen getragenen Laterne abgeschlossen, die ein ovaler Stern(Monstranz?) aus Schmiedeeisen bekrönt. Auf dem Sterne ein kleines Doppelkreuz. Die architektonische Wirkung der Giebel und des Erkerturmes wird jetzt durch das in der 1. Hälfte des 19. Jahrh. auf den Mittelbau aufgesetzte 4. Stockwerk sehr beeinträchtigt. Die Fenster des Erdgeschosses werden von Stichbogengiebeln, die des 1. Stockes von dreieckigen Giebelaufsätzen bekrönt; die des 2. Stockwerks und der Giebel haben glatten, graden Sturz. Die Schlangensäulen der Seitenportale und das Rokoko-Ornament an ihrem Giebel deuten auf spätere Veränderungen dieser Fassaden- teile im 18. Jahrh. hin. Das Hauptportal, an das sich der darüberliegende Erkerturm geschickt angliedert, wird von Säulen flankiert, deren Sockel mit Löwenköpfen verziert sind. Uber