Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Korbgasse Korb gässchen Köthergässchen. 63

Interessant ist in der Korbgasse die alte Art der Strassen- kreuzungen. Korbgässchen und Marktgässchen z. B. stossen nicht unmittelbar aufeinander, sondern die Scheitel der Strassenwinkel sind an der Strassenkreuzung mit Rücksicht auf die Korbg. Sicherheit des Wagenverkehrs etwas gegen ein- ander verschoben; s. die Figur.(Vergl. Sitte, Städte- bau II, 100 ff. u. 150 f.)

Marktg.

Korbgasse

Korbgässchen.

1. Renaissancepförtchen; auf den Gewänden gekreuztes gotisches Stabwerk, flach profiliert, Ende des 16. Jahrh.

Köthergässchen.

4. Dreistöckiges, altes Wohnhaus mit Treppenturm. Die beiden unteren Stockwerke aus Stein, der oberste aus Fach- werk, von dem der eine reich geschnitzte Eckpfosten noch er- halten ist(das übrige Fachwerk war nicht mehr herzustellen), die Fenster mit Renaissancegewänden, der Giebel beschiefert. Nach dem Hofe zu haben die oberen Stockwerke Uberhang. Der Glanzpunkt des Baues ist der an der Hofseite liegende Erker mit seiner reichgeschnitzten Holzarchitektur und seinem be- schieferten Giebel. Der Erker ruht ohne Konsolen auf gerad- linig über dem Erdgeschoss ausspringenden Balken. In der Füllung unter dem Fenster des oberen Stockwerks steht die Bauzahl 1605.

Auf der gegenüberliegenden Hofseite befindet sich noch an seiner alten Stelle ein reich mit Blattornament und Früchte- bündel verzierter Kragstein, der die Rolle eines Ziehbrunnens trug.

6. An dem Erdgeschoss des Hauses ist auf der Hofseite ein Wappen eingemauert, dessen Bild mehrfach abgemeiselt ist: der Schild zeigt eine heraldische Tanne. Helmzier: stilisierte Lilie zwischen zwei Flügen, Helmdecken in reichen Arabasken ge- zaddelt. Unter dem Wappen ein Band mit der Inschrift: VON TANNSTEIN 1765. Der Stein lag ehemals im Keller des Hauses und wurde vom Vater des jetzigen Besitzers an der Hauswand angebracht.

8.Zum Götterich. Schaab I, 473. Auf der Hofseite ist am Erdgeschoss über einem Fenster eingemauert: ein kleines, gotisches Wappenschild der Gensfleisch-Sörgenloch(Schottenpilger). Eine Zeichnung davon aus dem Jahre 1832 befindet sich im Besitze des Mainzer Altertumsvereins, an der Zeichnung ist handschriftlich bemerktaus dem Tantensteiner Hof, vergl. Nr. 6.