Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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40 Emmeransstrasse Kleine Emmeransgasse.

deutende Stellung im Bauwesen ein der Baudirektor Joh. Jakob Schneider (vergl. Zais, Zeitschrift des Vereins für Erforschung rhein. Geschichte III, 397). Wir lassen über ihn einige archivalische Notizen folgen:

Würzburger Kreisarchiv, Domkapitel. Protok. 1767/69, p. 493(zu Januar-März 1768) betreffend:Grundriss sambt Auftrag über die hiesige Dombkirche; Schneider führt hier den TitelLeutnant.

Darmstadt, grossherzogl. Staatsarchiv(Kurfürstl. Bauwesen, Baurats- Favorabilien). Schneider erbaut hiernach die kurfürstl. Reitschule(es ist der heute an die hintere Bleiche stossende Teil der alten Goldenross- Kaserne auf der grossen Bleiche). Er reichte eine Berechnung der Kosten für diesen Bau ein, die 1771 nachgeprüft wird:was Herr Leutnant Schneider an Baumaterialien für den Reitschulbau begehrt(1770). Den- Akten liegt ferner bei:Erläuterung über die Kosten deren Baumaterialien, so aus dem kurfürstl. Bauhof zu dem neuen Reitschulbau seyend gestellet worden. Hierin rechtfertigt sich Schneider gegen Revisionsbemerkungen der Kommission, die die Rechnungen geprüft. Er zeichnet hier: J. J. Schneider, Grenadierleutnant.

1771 zeichnet er in einem GutachtenJ. J. Schneider, Hauptmann und Baudirektor. Sein Dekret zur Baudirektorstelle dat. Höchst, 24. März 1771:

in gnädigsten Betracht dessen bekannten bereits hinlänglich bewiesenen architektonischen Wissenschaften, die Direktion des gesammten kurfürst- lichen Bauwesens nach der in der Anlage enthaltenen Instruktion gnädigst zu übertragen.

Mai 1771. Hauptmann und Baudirektor J. J. Schneider hat einen gut- achtlichen Bericht über einesystematische Verfassung über das Zivil- und Militärbauwesen abzugeben. Er reicht auch diesen Bericht ein, er liegt, den Akten bei.(1772 erlässt Emmrich Joseph eine Verordnung in betreff des herrschaftlichen Bauwesens, die auch im Mainzer Archiv vorhanden ist.)

dat. Mainz, 13. Juli 1773, bekommt Schneider Besoldungszulagein Anbetracht dessen zeither im Bauwesen sowohl, als der in dem kurfürstl. Lande besorgten Chausseebau bezeigten Diensteifer und besonderen Ge- schicklichkeit.

21. März 1774 wird ein Baudirektor Schneider erwähnt, mit dem wegen einer Remuneration für den Aktuar und Materialienverwalter Oberle konferiert wird.

Baudir. Schneider baut das Reichklarakloster zu einem Hospital um, das aber nie diesen Zwecken diente. Vergl. Schrohe, Reichklarakloster S. 86. Vielleicht käme für Schneiders Tätigkeit in Betracht das Eingangstor des Klosters in der Petersstrasse. I. c. p. 88. Schneider fertigt einen Entwurf zu einem Turme für die Ignazkirche; vergl. Schneider, Darstellungen der Stadt Mainz, Nr. 671.

Die Möxglichkeit ist nicht ausgeschlossen, dass Schneider auch am Bau des Breidenbacher Hofes in Mainz als entwerfender oder bauleitender Architekt mitgewirkt hat. In Betracht kämen für diese Zeit und für Schneiders Tätigkeit auch noch die Mainzer Domhäuser(Markt und Leich- hof), deren Entstehung ebenfalls um 1770 fällt. Auch für den Bolongaro- bau in Höchst a. M., dessen dekorativ ebenfalls einfach gehaltene Fassade mit der des Breidenbacher Hofes eine gewisse Verwandtschaft zeigt, reicht Schneider(1768) Entwürfe ein. Vergl. Waag, Der Bolongaropalast zu Höchst a. M., Frankfurt a. M., 1904, S. 21. Vergl. auch hintere Bleiche Nr. 67/69.

Kleine Emmeransgasse.

2. Kleines Standbild des hl. Johannes Nepomuk; geringe Arbeit aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.