Emmerich-Josephstrasse— Erbacherhofgasse— Fischtorstrasse. 41
Emmerich-Josephstrasse.
Über die Strassenanlage und das sogenannte„Kästrichunter- nehmen“ siehe Wagner-Schneider, geistliche Stifte II, 152 ff.
13. Im hinteren Hofe, zum Teil vermauert, kleines Standbild der Jungfrau Maria, auf Weltkugel mit Schlange, gute Arbeit. Mitte des 18. Jahrhunderts(ob vom ehemaligen Weissfrauenkloster herrührend?).
Erbacherhofgasse.
1. Im Hofe reiche Holzschnitzereien † unter zwei Fenstern des ersten Stockwerkes; wahrscheinlich ist das Ganze die noch erhaltene Brüstung einer ursprünglich reicheren Fensterarchitektur, deren Gewände und Sturz jetzt verschwunden sind. Den Em- blemen nach scheint das Haus Besitztum des Klosters Eberbach gewesen zu sein. Unter dem rechten Fenster von je einem Kranz umrahmt: in einem die verschlungenen Initialen M. V. B. mit Abtsstab und Mütze, im andern F. ABB. und eine Hausmarke, s. Tfl. XXI. Darüber die Jahreszahl 1606. Unter dem linken Fenster in ovalem Felde ein Eber, der das Modell einer Kirchen- fassade auf dem Rücken trägt(Wappen von Eberbach). Am Seitenbau über der Haustüre in Barockkartusche Schild mit drei Kreuzen. Heute heisst das Haus„Zum hl. Rock“.
3.„Zum Hartlieb“, später„Erbacher Hof“, Schaab I, 478 u. 269. Gehörte schon im 14. Jahrh. dem Kloster Eber- bach im Rheingau. Grosser gotischer Torbogen. Grosse Keller- anlage †, Kreuzgewölbe aus Korbbogen, auf schweren viereckigen Pfeilern ruhend. Das steinerne Kreuz, das auf dem Giebel der ehemaligen Anna-Kapelle stand, befindet sich jetzt in der Stein- halle des Museums. Der grosse Komplex erstreckte sich bis in die Himmelgasse. Vergl. das. Nr. 9.
Fischtorstrasse.
1.„Zum goldenen Rad“,„Zum kurfürstlichen Wappen“. — Im Platzbilde malerisch wirkender, vierstöckiger, einfacher Fachwerkbau. Das ganze Erdgeschoss wird von Lauben mit Korbbögen eingenommen. An einem Schlussteine die Initialen J. M. B., an einem andern eine Hausmarke und die alte Litera C. Nr. 29. Die Lauben aus dem Anfange des 18. Jahrh., das Obergeschoss älter. Schneider, Mzr. Journ. 1899, 21. Sept., über den Namen ebendas. 22. Sept. Schaab I, 294(7—10). Das ursprünglich als Hausmarke angebrachte Rad wurde später- hin missverstanden und als kurfürstliches Wappen gedeutet.


