Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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24 Grosse Bleiche.

aus gleicher Zeit stammende Stukkaturarbeit im Treppenhaus des grossherzoglichen Palais(ehem. Deutschordenskommende). Im ersten Stock in den einzelnen Sälen ebenfalls reiche Stuck- deckenf. Im grossen Saale, in den 4 Ecken der Decken je zweimal wiederkehrend, das Sickingen'sche und Sta- dion'sche Wappen; auch noch Reste der ursprünglichen Stuck- dekoration der Wände und wirkungsvolle Sopraporten sind hier erhalten. Im anstossenden Zimmer noch ein reichverziertes Kamin(vergl. Abbild. Tfl. X).

Friedrich G. v. Stadion steigerte 1737 den Rollingen'schen Hof, der, wie es scheint, bis dahin nur im Rohbau fertig war. Die dekorative Ausstattung(abgesehen von den Balkonkonsolen), Gitter am Balkon und an der Treppe, Stukkaturarbeit etc. scheint erst, den Wappen nach zu schliessen, unter Stadion fertiggestellt worden zu sein.

Der Neue Brunnen(Stadt Mainz).

27 u. 27 10, ehemaligeAlte Burs, später städt. Biblio- theksgebäude. Schaab II, 287 f., I. 559. Erbaut 17101720. An der Hausecke zwischen zwei Palmzweigen Muttergottes- statue mit Christuskind†(Maria als Himmelskönigin) unter einem Muschelbaldachin, der von einem Pinienapfel be- krönt wird. An den Seiten hat der Muschelbaldachin noch je einen aufrechtstehenden, muschelartigen Ansatz, wie bei Nr. 29 und Markt Nr. 35. Ausserdem kehren die Palmzweige zu beiden Seiten der Figur wieder Markt Nr. 35, grosse Bleiche Nr. 27, Schustergasse Nr. 10 und Heidelbergerfassgasse Nr. 2 ⁄0. Am Sockel ein aus Voluten herausschauender Cherubim(vergl. zu Ballplatz Nr. 3 u. Markt Nr. 35), sehr gute Arbeit, 1. Viertel des 18. Jahrh. Im Erdgeschoss Nr. 27 u. 27 ½10 zwei Stuck- decken, die in ovalem Felde eine mythologische Szene darstellen.

Im ersten Stock von Nr. 27 ebenfalls reiche Stuckdecken, besonders im Eckzimmer Band- und Rankenwerk, in den 4 Ecken Medaillons mit antiken(Philosophen-?) Köpfen in Hochrelief (1904 wiederhergestellt).

In Nr. 27 ⁄10 stattliches Treppenhaus(vergl. Stadioner- hofstrasse Kleinz'sches Haus und Flachsmarktstrasse Nr. 9), dessen Decke auch mit Stuck verziert ist.(Bandwerk, Blumenranken und naturalistische Zweige). Die ganze Treppe besteht aus Eichenholz(3 versch. Sorten). Im Hauptsaal des ersten Stockes prächtige Stuckdecke, welche dieselben Muster wie die im Treppen- haus und in Nr. 27 zeigt. Die Ausführung ist im Vergleich zu der im Stadionerhof(Nr. 15) und im deutschen Ordenshaus hier etwas derber. Das Mittelfeld stellte in lebensgrossen Figuren Aurora und Kephalos dar; vergl. das Gemälde von Annibale Caracci. Ein Stich nach diesem Gemälde kann dem Stukkateur vorgelegen haben.