Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Grosse Bleiche. 25

In den vier Ecken: Weihrauchfässer, in den Mitten der vier Seiten: Putten mit Musikinstrumenten. Im anstossenden Zimmer einfachere Stuckdecke, Gitter- und Bandwerk mit Vögeln. Entstehungszeit der Treppe zirka 1720, der Decken vielleicht zirka 1730 40. Ausführlichere Geschichte des Hauses bei Schaab a. a. O. u. Quartalbl. d. histor. Vereins. N. F. I, 129.

Von Interesse dürfte es sein festzustellen, ob und wie weit die auf dem Gebiete der Plastik arbeitenden Kunsthandwerker des 18. Jahrh. sich an klassische, oder vielleicht eher noch an nachklassische italienische Vorbilder(Bolognesen, Caracci, Caravaggio u. a.) aus dem Gebiete der Malerei anlehnten. Sicherlich waren die Werke dieser Meister in Stichen damals weit verbreitet; vergl. auch die Kreuzabnahme an dem Hoch- altar der Augustinerkirche(Rubens oder van Dyck'sche Motive).

29. Zum ehemaligen Wolf-Metternich'schen Hof gehörend. An der Ecke des jetzigen Neubaues(Gutenberg-Kasino), vom alten Bau herstammend, grosse Muttergottesstatuef mit Christuskind unter Muschelbaldachin, Sockel mit Engelskopf (vergl. Nr. 27)(Reminiszenzen an Raphael's Sixtinische Madonna). Sehr gute Arbeit, Anfang des 18. Jahrh. Der Wolf-Metternichsche Hof wurde erbaut von 1685 1694. Schaab II, 300. Vergl. zu Neubrunnenstrasse Nr. 2.

36. Im Hofe am Hinterbau reich in Holz geschnitzte Türe im Stile Louis XVI.

40. In einer Nische am ersten Stock Jungfrau Maria in der typischen Darstellungsform der Immaculata, wie sie aus Murillos Gemälden allgemein bekannt ist; vergl. die Zusammenstellung im Register. Gute Arbeit, 2. Hälfte des 18. Jahrh. Die Figur stimmt in ihrer zierlichen Pose fast voll- ständig überein mit der gleichen Darstellung der Jungfrau Maria an der Fassade der Ignazkirche; die letztere hat nur die doppelte Höhe unserer Figur. Die Statue an der Ignazkirche ist vielleicht eine Arbeit des Mainzer Bildhauers Joh. Seb. Pfaff, 1747 1794. Dem schwerlich richtigen Chronostichon(1752) nach wäre freilich die Figur an der Ignazkirche früher als Pfaff zu setzen. Die jetzige Fassade der Ignazkirche wurde erst 176374 errichtet.

47. Kleines Muttergottesbild mit Christuskind unter ein- fachem halbkugeligem Baldachin. Auf dem Sockel in Relief das Bäckerwappen und die Initialen J. R. 2. Hälfte des 18. Jahrh.

48. Stuckdecke im Hinterhaus. S. Synagogenstrasse 15. 49 51. Alte Goldenrosskaserne, ehem. kurf. Marstall(Militär).

53. Ehem.Alter Elzer Hof. Einfacher Barockbau. Hauspforte mit Oberlicht in architektonisch sehr reicher Um- rahmung(Mitte 18. Jahrh.); rechts und links flankieren die