18 Betzelsgasse.
— Von der Ecke Fuststr. und Gymnasiumstr. aus gesehen, bietet dieser Bau zusammen mit dem Erker des Gymnasiums und der gegenüberliegenden Hausecke mit der Statue des Papstes Pius V. ein prächtiges Strassenbild †. Abbild. Tfl. XIX.
2. An der Hausecke: Standbild des Papstes Pius V. † unter Baldachin, in vollem päpstlichen Ornate mit Tiara und Stab*), fast lebensgrosse Figur, etwas zu kurz, sonst gute Arbeit. Reiches Bandwerkornament in der Stickerei der Gewandung. Die melonenartige Form des Baldachindeckels ist für die Zeit charakteristisch. Am Sockel die Inschrift:(Chronostichon 1716)
SANCTE PIE OQVINTE HAS ÆDES TVO FORTI PATROCINIO AB IGNE DEFENDE.
(Hl. Pius V. schütze mit deinem starken Schutze dieses Haus vor Feuer). Dieses zugleich als Denkmal für Papst Pius V., der dem Dominikanerorden angehörte, gedachte Standbild errichteten bald nach seiner Heiligsprechung die Dominikaner, deren Kloster gegenüberlag. Näheres: Schneider, Mzr. Journal 1894, 30. Mai.
*) Der Stab ist wahrscheinlich eine moderne Zutat aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.
3. Zum Bart. Schaab I, 448. Im Höfchen, vom älteren Bau herrührend, Treppenturm mit Wendeltreppe und Renaissance- Pförtchen, an dessen Gewänden gekreuztes(spätgot.) Stabwerk mit noch tiefer Profilierung. Anfang 16. Jahrh. Eine Ansicht des älteren Baues befindet sich in der Sammlung von Photographien in der städtischen Gemäldegalerie. Das ehemals an der Strasse über dem Eingang befindliche Relief(hl. Familie, mittelmässige Arbeit, um 1740) ist jetzt in der Steinhalle des Museums aufge- stellt. Ausführlicheres in antiq. Wanderungen f. 191 f., woselbst auch die ehem. unter dem Relief befindliche Inschrift mit- geteilt ist.
6. Unter einfachem Baldachin, in halbrunder Nische, das Standbild des hl. Johannes Nepomubk in reich mit Spitzen be- setztem Chorhemd, auf dem Haupte das Biret; mit beiden Händen hält er das Kruzifix; lebhaft bewegte Figur; gute Arbeit aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
10— 24(Gerade Nr.). Über die sog.„Professorenhäuser“ Antiq. Wandg. f. 188 f.


