16 Bauerngasse— Bauhofstrasse.
11. In der Steinhalle des Museums befindet sich der kleine, reich verzierte Wasserbehälter, der aus einem ehedem an dieser Stelle befindlichen spätgotischen Wohnhaus stammt(vergl. westd. Ztschr. Museographie 1896/97, S. 18, woselbst Beschreibung und Abbildung).
Bauhofstrasse (Über den Bauhof s. Schaab II. 295.)
1. Zum ehemaligen kurfürstlichen Marstall gehörend, vergl. die Anmerkung zu Nr. 3— 5(Militär).
3.— 5. bildete mit mittlerer Bleiche Nr. 40 den ehe- maligen(jungen) Elzer Hof.(Schaab II. 299 u. antiq. Wander. f. 131.) Erbaut 1742⁄43. Bei 3 u. 5 in der Architektur ziem- lich sich gleichende Portale. Die Toröffnung mit Korbbogen wird von Pilastern flankiert; als Bekrönung über dem Gesimse Seg- mentbogen, auf dem bei dem einen Portal † 3 Vasen stehen. Im Bogenfeld des andern Portals Kranz mit flatternden Bändern. Bei Nr. 3 haben sich auch noch die alten Torflügel mit Holz- schnitzerei in Rokoko erhalten. Im Treppenhaus von Nr. 3 reiches schmiedeeisernes Geländer.(Im Hof am Rückgebäude zwei jetzt leere Wappenkartuschen.) Im oberen Stock des Treppen- hauses noch reiche Malerei an Wänden und Decke. An der Wand in Grisaille: Hermes, rechts und links davon in Kartuschen Putten mit Symbolen der 4 Jahreszeiten. An der Decke(in Farben) Pallas Athene auf Wolken schwebend; darunter auf Felsen sitzende Figuren mit Musikinstrumenten(Pallas als Beschützerin der Musik?). Mit den Eckhäusern an der grossen und mittleren Bleiche bildet die Fassade in der Bauhofstrasse eine geschlossene, symmetrisch gegliederte Baugruppe*). Auf der Schmalseite des Mittelbaues(3, 5) unter der Abwalmung des Daches an beiden Seiten volutenartige Ansätze für eine Giebelumrahmung.
*) Das Eckhaus an der Grossen Bleiche gehörte zu dem ehemaligen kurfürstlichen Marstall; über das schöne, von Säulen getragene Vestibül (jetzt verbaut) s. Verzeichnis der Militärgebäude.
7. Höhere Töchterschule. Teil des ehemaligen Elzer Hofs. Im Treppenhaus(auch technisch interessantes) schmiedeeisernes Treppen- geländer. Die Wände im Erdgeschoss und 1. Stock durch Pilaster fein gegliedert; durch den entstellenden Anstrich kommt ihre Wirkung nicht) zur Geltung; über zwei Türen des Treppenhauses im 1. Stock stark nach- gedunkelte, gemalte Sopraporten. Im Eckzimmer des 1. Stockes eine von zwei Säulen in Stuckmarmor flankierte Nische mit Decke in Stuck. In den anderen Zimmern, die früher mit denen mittlere Bleiche Nr. 40(s. d. Nr.) eine lange Zimmerflucht bildeten, finden sich überall noch die Reste einer ehemals reicheren Stuckdekoration.(Reste von Kaminen, in einem Zimmer noch ein grosses Mittelstück einer Stuckdecke, eine grosse Sonne darstellend; alles im Stile Louis XVI.) In Form und Technik entspricht diese Stukkatur genau der im Hause mittlere Bleiche Nr. 40 noch wohl- erhaltenen.(Stadt Mainz, ehem. Brecher'sches Institut.)


