Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14 Ballplatz.

Stadtmauer(wenn überhaupt je dort eine solche gelegen). Aus Schaab kam diese irrige Angabe in die Quartalblätter des Histor. Vereins. Auf der Nordost-Seite(sichtbar im Reul des Hauses Ballplatz Nr. 3) im unteren Stockwerk 3 gekuppelte gotische Fenster mit Masswerk(zugemauert); die Fenster der übrigen Stockwerke haben gerade Gewände. Am obersten Stockwerk finden sich noch Kragsteine, die ehemals wohl einen erkerartigen Ausbau trugen. Möglicherweise war der Turm in seinem oberen Teile von Ecktürmchen flankiert(vergl. die Ansätze, die man vom Hofe Ballplatz Nr. 3 aus sieht). Der Grundriss des vier- eckigen Turmes ist nicht genau rechtwinkelig. Material: Bruch- steine. Vom Hofe aus führt in das Erdgeschoss ein einfaches gotisches Pförtchen mit noch alter, eisenbeschlagener Türe. Die Wandstärke des Turmes beträgt im Erdgeschoss ungefähr 1,50 m. Im Innern des Turmes befindet sich im Erdgeschoss ein Kreuz- gewölbe mit Rippen, die ohne Kämpfer auslaufen, in der Mitte ein ornamentierter Schlussstein. Die oberen Stockwerke haben gerade Decken. Die Verbindung der einzelnen Stockwerke erfolgt durch eine im Turme liegende Wendeltreppe. An den Turm schliesst sich eine Mauer(sichtbar im Reul Ballplatz Nr. 3) aus der Kragsteine herausragen, die mit ebensolchen am Turm in der gleichen Höhe liegen. Genauere Grundrissaufnahmen und Untersuchungen des Mauerwerks können wohl über Zweck und Ausdehnung der Anlage Aufschluss geben.

2.Zum Kölnischen Hof, Schaab I. 495 f. Im Hofe gotischer Torbogen, rechts daneben Treppentürmchen mit kleinem gotischen Fenster. Links Arkaden um 1800. Auf der Rückseite des Hauses gegen die Präsenzgasse ein grosses, schön verziertes Portal mit der Jahreszahl 1809(nicht 1609). Die Formen weisen auf eine frühere Zeit. Im 1. Stock Stuckdecken im Stil Louis XVI. (Gemalte Tapeten?).

3. Fechenbach-Laudenbacher Hof. Die ursprüngliche An- lage verbaut; links im Wohnhaus ist noch erhalten das elegante Treppenhaus. 1. Viertel des 18. Jahrh. Rechts im Garten auf der Mauer Madonna mit Christuskind f. Dieselbe Figur wie Markt Nr. 35 und zu demselben Typus gehörend wie die Madonna Grosse Bleiche Nr. 29(Gutenbergkasino) und gegen- über Nr. 27(alte Burse), Umbach Nr. 2, Schusterstrasse Nr. 2. Diese Madonna stammt von dem ehemaligen Schmitz'schen Hause(Emmeransgasse Nr. 35), das za. 1890 abgerissen wurde; Sockel und Baldachin der Figur sind verschwunden. Hand und Heiligenschein der Madonna ergänzt. Rechts am Hoftor liegt ein durch die Pulverexplosion(1857) dorthin geschleudertes Architekturstück(ob römisch?).