Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Ballplatz. 13

Ballplatz.

1. Königsteiner später Dalberger Hof. Institut der eng- lischen Fräulein. Schaab I, 496 f.(über den Ballplatz I, 387 und 559 f.). Zu scheiden sind bei der heutigen Anlage a) der Dalberger Hof, b) der spätgothische Wohnbau.

ad. a. Ausseres: Portal†, von zwei sich nach unten stark verjüngenden Pilastern flankiert; diese tragen ein stark aus- ladendes, lebhaft geschweiftes Gesims, über dem sich ein Giebelaufbau erhebt. Im Giebelfelde halten zwei geharnischte Ritter ein jetzt leeres Doppelwappen. Auf dem Giebel steht als Bekrönung auf der Mondsichel die Statue der Muttergottes mit dem Jesuskinde, am Sockel der Figur das Mainzer Rad und die Jahreszahl 1677. Schon der Verfasser der antiquarischen Wande- rung vermutet, dass die Figur erst später hierher versetzt worden ist. Entstehungszeit des Portals um 1700, vielleicht noch etwas früher, vergl. zu Markt 1. An der Hausecke ein Spät- renaissance-Erkerf, der von zwei an der Stirnseite mit ver- schiedenen grotesken Masken verzierten Konsolen getragen wird. Auf den Gewänden und Seitenflächen der Konsolen Bandwerk; Ende des 16. Jahrh. Vergl. den äusseren Erker am Knebelschen Hof(hintere Christophsgasse), hier findet sich auch an der Haus- ecke derselbe Quaderwechsel.(Der Verfasser der antiquarischen Wanderungen las hier an einer auf die hintere Christophsgasse stossenden Kellertüre die Bauzahl 1588.) Inneres: Im Treppenhaus reiches Schmiedeeisen-Geländer mit dem Wappen der Dalberg. Ebendaselbst auch eine Stuckdecke mit sehr feinem Rokokomuster(vergl. Sonnengässchen 3). Einfachere Stuckdecken in den Zimmern. Im Hofe: rechts ein Treppen- turm mit Renaissancepförtchen, im Innern eine Wendeltreppe und eine einfache gotische Türe. Das über dem Torbogen ein- gemauerte Wappen des Kurfürsten Emmerich Joseph soll nach antiq. Wand.(f. 8) aus der Altenauerschen Stiftung, Altenauer- gasse 3, stammen, wo die englischen Fräulein früher ihren Sitz hatten, vergl. Schaab I, 559 f. Vor dem Garten eine zum Teil erneuerte Ballustrade. Vom Hofe aus herrlicher Ausblick mit der Stephanskirche im Hintergrunde.

Uber eine im Besitze des Engl. Fräuleinstiftes befindliche Folge von gemalten Türeinlagen(Sopraporten), worunter auch eine Ansicht der Stadt Mainz, S. Schneider, Darstellungen der Stadt Mainz, Katalog der Ausstellung 1879, Nr. 632.

ad. b. Im Hofe rechts, z. T. durch Anbauten verdeckt, ein spätgotischer vierstöckiger Turm, der wahrscheinlich zu einer gotischen Wohnanlage(Wohnturm?) gehörte. Schaab meint irrtümlich, es wäre ein alter Stadtturm; der Turm gehört frühestens ans Ende des 15. Jahrh. Damals lag dort keine