Vorwort. 7
zehnten der Klassizismus auch in der Plastik zum Durchbruch kommt— Betrachtungen dieser Art dürften vielleicht mehr als rein lokalgeschichtlichen Charakter haben, zumal da die Plastik des 18. Jahrhunderts bisher in der kunstgeschichtlichen Betrachtung leider zu häufig als Stiefkind bebandelt wird. Es steckt in diesen Meistern doch immer noch ein reiches Kapital künstlerischen Könnens, wenn ihnen auch die geistige Tiefe abgeht. Als Ergänzung zu unserem Verzeichnisse dient die in der städtischen Gemäldegallerie befindliche Sammlung photographischer Aufnahmen der Mainzer Kunstdenkmäler. Auch hier ist in erster Linie der Privatbesitz berücksichtigt worden. Schon seit zirka 5 Jahren wird an dem Zustandekommen dieser Sammlung gearbeitet, und die Aufnahmearbeit ist noch nicht abgeschlossen. Von den in dem Verzeichnisse mit f bezeichneten Kunstdenkmälern liegen bereits die Aufnahmen vor. Schon in ihrem jetzigen Umfang bietet die Sammlung dem Kunsthistoriker ein bequem zu erreichendes Vergleichsmaterial.— Auch die beigegebene Tafel mit den Mainzer Hausmarken und den an Häusern angebrachten Zunftwappen wird manchem nicht un- willkommen sein. Wir werden an einer anderen Stelle aus- führlicher darauf zurückkommen.
Nicht nur das einzelne Denkmal an sich, sondern auch das Strassenbild kann seinen Kunstwert haben, und unsere moderne Architektur und Städtebaukunst fängt glücklicherweise wieder an, auch mit diesem Faktor zu rechnen(vergl. Neubau des Römers in Frankfurt a. M.). Darum ist in dem Verzeich- nisse auch hierauf hingewiesen, und sicherlich lässt sich noch manches in die Aufzählung einreihen. Die Photographie mag hier immerhin versuchen, das, was dem Zug der Zeit zum Opfer fallen muss, im Bild festzuhalten— aber das geeignete Mittel dazu ist sie nicht. Bei dem Strassenbilde müsste das Aquarell oder die Radierung eingreifen, denn hier ist es nicht ledig- lich die Linie, sondern oft mehr noch der Ton, die Stimmung, die festgehalten zu werden verdient, und das kann nach unserer Meinung die Photographie als solche, trotz aller Ausstellungs- bilder, nicht zu Wege bringen.
Die beigegebenen IIlustrationen sollen ein ungefähres Bild geben von dem Profanbau und seiner dekorativen Ausstattung; dass hierbei die Zeit des Barocks in den Vordergrund tritt,


